Gardelegen l Mit dem Gardeleger Klingberg soll eine der letzten mittelalterlichen Gassen in der Innenstadt, die noch nicht saniert sind, nach historischem Vorbild schmuck und modern hergerichtet werden. Allerdings dürfte das keine einfache Baustelle werden, denn laut Ausbaukonzept werden ähnliche Baugrundverhältnisse erwartet wie bei der Wächterstraße, die wie der Klingberg auch, von der Nicolaistraße zur Burgstraße führt – schmal und dicht bebaut mit kleinen Fachwerkhäusern.

Der schlechte Untergrund in der Wächterstraße hatte zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen geführt. Viele Arbeiten mussten in Handarbeit ausgeführt, Baugruben und Hausfassaden zusätzlich gesichert werden. Das hatte auch zu Mehrkosten gegenüber der Planung geführt – sowohl beim Straßenbau als auch beim Leitungsbau des Wasserverbandes (wir berichteten).

Dennoch sei der grundhafte Ausbau dringend erforderlich. Der bauliche Zustand der Straße sei sehr schlecht, heißt es im Konzept. Die vorhandene Trassenführung soll beibehalten werden. Besonderheit: die kleine Gasse hat eine unterschiedliche Breite, die zwischen 3,86 und 6,32 Metern liegt.

Neues Pflaster für die Fahrbahn

Der Ausbau selbst soll analog der Burg- und Priesterstraße erfolgen. Die Fahrbahn soll mit Sandsteingroßpflaster befestigt werden. Für den Gehweg werden Mosaikpflastersteine verwendet. Die Grundstücksauffahrten werden mit Granitkleinsteinpflaster gestaltet. Die Fahrbahneinfassung erfolgt mit Sandsteinborden. Eingebaut wird zudem eine Regenentwässerung für Verkehrsflächen und für alle straßenseitigen Dachflächen mit Anschluss an das System in der Burgstraße. Derzeit läuft das Regenwasser oberirdisch in Richtung Burgstraße ab. Eine Regenentwässerung gibt es dort bisher nicht.

Erneuert wird auch die Straßenbeleuchtung, und zwar mit sogenannten Castor-Leuchten, wie sie im Innenstadtbereich bereits vorhanden sind.

An diesem Bauprojekt beteiligt sich auch der Gardeleger Wasserverband mit einer grundhaften Erneuerung des Schmutzwasserleitungssystems einschließlich der Erneuerung von Hausanschlüssen. Vorgesehen ist das Legen von Leerrohren für eine eventuelle Erweiterung der technischen Infrastruktur.

Die Kosten sind mit knapp 439 500 Euro veranschlagt, einschließlich Planungskosten und Baunebenkosten sowie Kosten für eine archäologische Begleitung der Baumaßnahme.

Mit dem Ausbaukonzept für den Klingberg wird sich am kommenden Montag, 1. April, der städtische Bauausschuss befassen. Der tagt ab 19 Uhr im Haus II der Stadtverwaltung, Beratungsraum Rieseberg. Am Mittwoch, 3. April, folgt der Finanzausschuss und am Dienstag, 9. April, der Hauptausschuss. Abschließend wird darüber der Gardeleger Stadtrat in seiner Sitzung am 15. April befinden.