Gardelegen l Sie war Anfang 40, als die Schmerzen kamen. Dauerschmerzen im ganzen Körper, in den Füßen, Armen, Beinen, Gelenken und dann auch in der Lendenwirbelsäule. „Ich bin von einem Arzt zum anderen gelaufen. Ich kam mir schon wie eine Simulantin vor“, erinnerte sich Rahel Majewski an die Jahre ohne richtige Diagnose und damit auch ohne Hilfe. Ernst genommen habe sie nur ihre Hausärztin. Die schickte die heute 51-Jährige nach Vogelsang in die Fachklinik für Rheumatologie und Orthopädie. Und dort bekam sie dann ihre Diagnose: Fibromyalgie, eine chronische Schmerzerkrankung, die lebenslang anhält.

„Zum Glück“, denn nun wisse sie Bescheid, sagte Majewski. Über konkrete Ursachen sei nichts bekannt. Man gehe davon aus, dass genetische Anlagen eine Rolle spielen, aber auch psychosozialer Stress und seelische Traumata. Bei ihr kämen ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen und psychische Probleme dazu. „Man ist in allem eingeschränkt“, schilderte Majewski. Mit Medikamenten und Physiotherapie könnten die Schmerzen gelindert werden. Mit ihrer Diagnose könne sie jetzt auch einmal im Jahr für zehn Tage in der Klinik in Vogelsang eine kompakte Therapie in Anspruch nehmen.

Treffen einmal monatlich im Rosen-Center

„Was mir viel hilft, ist Ablenkung“, so Majewski. Morgens stehe sie auf, mache ihre Hausarbeit – so lange es geht – und dann setze sie sich hin und bastele. Ablenkung fand Majewski eine zeitlang auch in der Gardeleger Selbsthilfegruppe Depressionen. Doch das sei irgendwann nichts mehr für sie gewesen. Sie recherchierte im Internet und fand eine Fibromyalgie-Selbsthilfegruppe in Stendal. Sie setzte sich mit der Stendaler Gruppensprecherin Anke Grandt in Verbindung. Und im Gespräch entstand die Idee, eine neue Fibromyalgie-Selbsthilfegruppe in Gardelegen zu gründen. „Eine Aufgabe, auf die ich mich sehr freue“, betonte die 51-Jährige, die inzwischen aufgrund der Krankheit auch erwerbsunfähig ist und eine Rente bezieht, aber dennoch stets optimistisch in die Zukunft schaut und von ihrer Familie unterstützt wird.

Die Gründungsversammlung fand am Dienstag im Gardeleger Rathaussaal statt. Elf Interessenten gebe es bisher für die Gruppe. Einmal monatlich, und zwar jeden letzten Dienstag im Monat, sollen die Treffen von 15 bis 17 Uhr im Rosen-Center stattfinden. Inhaltlich geht es um ganz normale Selbsthilfegruppenarbeit. Kaffeenachmittage, eine Klangschalentherapie, Vorträge zu verschiedenen Themen, Gespräche über ganz Alltägliches, Erfahrungsaustausch, Ausfahrten, Essen gehen und Theaterbesuche, zählte Rahel Majewski einige Vorhaben der neuen Gruppe auf. Weitere Vorschläge seien willkommen. Wer Interesse an dieser Selbsthilfegruppe hat, kann sich mit Rahel Majewski in Verbindung setzen. Kontakt: 0152/53 19 31 70, rahelmajewski@gmail.com.