Selbsthilfegruppe Fibromyalgie trifft sich wieder

Selbsthilfegruppe: Kämpfen gegen den unsichtbaren Feind

Zum ersten Mal seit vielen Monaten hatten die Mitglieder der Selbsthilfegruppe (SHG) Fibromyalgie und chronischer Schmerz wieder die Gelegenheit, sich persönlich zu treffen.

Von Gesine Biermann
Über den Scheck über 675 Euro, den Diana Sode (3. von rechts) von der DAK-Gesundheit mitbrachte, freuten sich Sprecherin Rahel Majewski (2. von links) und die Gruppenmitglieder.
Über den Scheck über 675 Euro, den Diana Sode (3. von rechts) von der DAK-Gesundheit mitbrachte, freuten sich Sprecherin Rahel Majewski (2. von links) und die Gruppenmitglieder. Foto: Gesine Biermann

Gardelegen - Zum ersten Mal seit vielen Monaten hatten die Mitglieder der Selbsthilfegruppe (SHG) Fibromyalgie und chronischer Schmerz vor wenigen Tagen wieder die Gelegenheit, sich persönlich zu treffen. Und den gemütlichen Kaffeenachmittag im Gardelegener Rosen-Gesundheitscenter genossen die Frauen aus der Region sichtlich. Denn untereinander treffen sie auf Verständnis, das ihnen oftmals nicht entgegengebracht wird. Darauf mussten sie lange verzichten. „Schön, dass es nun wieder losgehen kann“, freute sich Gruppensprecherin Rahel Majewski. Denn ihr gemeinsames Schicksal sei ein Kampf gegen einen unsichtbaren und launischen Gegner.

Wenn sie von ihrer Krankheit erzählten, so Majewski, müssten sie immer viel erklären. Kaum jemand könne mit dem Begriff Fibromyalgie – ein chronisches Schmerzsyndrom – etwas anfangen. Die Krankheit gehe einher mit Schmerzen in verschiedenen Körperregionen, auch Schlafstörungen und Erschöpfung gehören zu den typischen Symptomen. Allerdings wurde die Fibromyalgie erst 2014 von der Weltgesundheitsorganisation als Krankheit anerkannt. Nur wenige kennen sie also. Gerade darum ist es für die Mitglieder der noch jungen Gardelegener Selbsthilfegruppe eine wirkliche Hilfe, wenn sie zusammen sein können. In Gruppengesprächen tauschen sie sich aus, machen sich Mut und helfen sich gegenseitig. Das alles war während der Pandemie-Kontaktbeschränkungen nicht möglich.

Besucherin ist neugierig auf Erfahrungsbericht

Und auch die bei den Mitgliedern so beliebte Klangschalentherapie musste lange Monate ausfallen. Doch auch sie soll und kann nun weitergehen. Und zwar dank einer Förderung der Krankenkasse DAK. Um den symbolischen Scheck über 675 Euro zu überreichen, war Diana Sode, Leiterin des DAK-Servicezentrums in Salzwedel, am Montag sogar persönlich zum Gruppentreffen nach Gardelegen gekommen. „Wir hätten das Geld ja auch überweisen können“, betonte die Besucherin. Sie sei aber „einfach auch neugierig gewesen, wie so eine Klangschalentherapie funktioniert“, sagte sie.

Und das beschrieben ihr die Frauen um Rahel Majewski natürlich gern: Bei der alternativen Heilmethode werden spezielle Klangschalen in unterschiedlichen Größen auf den Körper aufgesetzt und zum Klingen gebracht, erfuhr Diana Sode. Die dabei entstehenden Schwingungen übertragen sich dann auf den Körper, „und das wirkt unglaublich entspannend“ und sogar schmerzlindernd, beschrieb Majewski. Allerdings müssen diese Sitzungen, die eine Therapeutin aus Stendal leitet, auch finanziert werden. Und deshalb freute sich Majewski besonders über die Zuwendung der Krankenkasse.

Schmerzlindernd und entspannend

Letztere war übrigens im Rahmen der Selbsthilfeförderung vergeben worden, betonte Sode. Auf Antrag, in dem das Projekt beschrieben werden müsse, sei dies für alle Selbsthilfegruppen möglich. Eine Klangschalentherapie sei aber noch nie darunter gewesen, versicherte die Fachfrau. Deshalb habe sie sich darüber mal informieren wollen. Wenn sie mag, kann Diana Sode das nun sogar selbst einmal probieren: Rahel Majewski lud die Besucherin spontan ein, doch einfach bei der nächsten Sitzung dabei zu sein.