Gardelegen l Der Start ins Leben war für die kleine Katze mit dem bunten Fell nicht gerade einfach. Im September des vorigen Jahres fiel einer Frau das herrenlose Jungtier auf – am Straßenrand bei Neuendorf, gerade einmal ein paar Monate alt und ganz allein. Sie brachte die Mieze ins Gardeleger Tierheim. Dort erhielt sie den Namen Senta. Zunächst wurde sie tierärztlich versorgt mit allen nötigen Impfungen, später folgte die Kastration. Bis zum Herbst dieses Jahres schien dann auch alles gut zu sein. Doch dann stellten die Betreuer fest, dass mit dem Darm irgendetwas nicht stimmt. Die Probleme nahmen zu. Die kleine Katze wurde zweimal in einer Tierarztpraxis operiert. Der erwünschte Erfolg stellte sich nicht ein. Die betreuende Tierärztin hatte zwei Vorschläge: eine erneute Operation, aber dann in einer Tierklinik, da es dort ganz andere Möglichkeiten gibt, als in einer Praxis, oder einschläfern lassen.

„Denn ohne eine Operation hätte die Katze nicht überleben können“, erinnerte sich Heidemarie Hintsch, die ehrenamtlich im Gardeleger Tierheim hilft und oftmals solche Problemfälle betreut. Ein Termin fürs Einschläfern war schon bekanntgegeben. „Wir haben dann zusammengesessen, hatten diese kleine, unglaublich anhängliche Katze vor Augen. Nein, wir konnten den Schritt nicht gehen. Wir haben es nicht übers Herz gebracht, ein so junges Tier einschläfern zu lassen, wenn es möglicherweise Hilfe geben kann“, erzählte Heidemarie Hintsch, der sofort die Tränen kamen.

Entscheidung für die Klinik

Die Tierschützer um Heidemarie Hintsch entschieden sich für die Klinik. Eine große Operation rettete der Glückskatze das Leben. Sie ist jetzt auf dem Weg der völligen Genesung, braucht allerdings nach Auskunft der Tierärztin vermutlich ihr Leben lang ein Spezialfutter. „Das sind ungefähr 30 Euro pro Monat“, sagte Heidemarie Hintsch. Die Operation in einer Tierklinik in Hannover hat 950 Euro gekostet. Die Tierschützer hoffen nun auf Spenden, um die Finanzierung sichern zu können. „Wenigstens zum Teil“, sagte Hintsch, denn mit dem Tierheim habe das Ganze nichts zu tun. „Es handelt sich um eine private Rettungsaktion für eine junge Katze, die im Gardeleger Tierheim lebt, und die ihr Leben noch vor sich hat“, betonte Hintsch.

Derzeit steht die schmucke Glückskatze noch unter Beobachtung. Aber es sehe ganz gut aus, zeigte sich Hintsch erfreut. Nach ihrer völligen Genesung soll Senta hoffentlich ein Zuhause finden, wo sie sich wohl fühlen, wo sie eben Katze sein kann. Sie sollte allerdings aufgrund der Futterproblematik allein gehalten werden, da sie kein anderes, normales Futter fressen dürfe. Und sie sollte ein Zuhause finden, wo sie sich sowohl im Freien als auch im geschützten Wohnbereich aufhalten kann. „Ganz wichtig ist nur die Eingewöhnung. Die Katze sollte mindestens zwei Wochen im Haus bleiben, damit sie weiß, wo sie hingehört“, erläuterte Hintsch. Und die künftigen Besitzer sollten sich auch Zeit nehmen für das neue Familienmitglied.

Spendenkonto wird eingerichtet

Im Gardeleger Tierheim, das nach einer Anordnung der Kreisverwaltung zurzeit keine Tiere aufnehmen darf, leben immer noch 21 Katzen, die ebenfalls vermittelt werden sollen. Betreut werden dort zudem noch zwei Hunde im Seniorenalter, die nicht mehr vermittelbar sind. Ganz dringend benötigt werden Futterspenden, so Heidemarie Hintsch. Die Vorräte seien fast erschöpft, und Geld sei nicht vorhanden. Gern könnten auch die Spendenboxen im Gardeleger Kaufland-Markt oder im Nahkauf in Kalbe, genutzt werden. Möglich sei natürlich auch die Abgabe im Tierheim. Telefonisch ist die Einrichtung unter 03907/71 51 05 erreichbar. Für die Glückskatze Senta wird derzeit ein Spendenkonto bei der Sparkasse Altmark-West eingerichtet. Fest steht schon das Stichwort, nämlich Senta.