Gardelegen l Erste Ergebnisse des fortgeschriebenen Integriertes Gemeindliches Entwicklungskonzeptes (IGEK) stellten Prof. Holger Schmidt und seine Mitarbeiterin Ilona Hadasch jüngst dem Bauausschuss vor. Unter anderem gingen sie auf Ideen ein, wie Leerstand in der Altstadt beseitigt und das Gelände der Garley-Brauerei wieder belebt werden könnte.

Vorgestellt wurde auch die Entwicklung des Wohngebietes Schlüsselkorb. Wie Holger Schmidt informierte, leben dort 967 Einwohner. Als Leerstand sind 30 Wohneinheiten verzeichnet. „Das ist so gut wie nichts“, machte er deutlich. Zu verdanken sei diese Entwicklung der Sanierung vieler Altneubauten, die dadurch häufig auch einen modernen, bedarfsgerechten Schnitt erhielten. Dadurch seien viele Wohnungen wieder bezogen worden. Im gleichen Zuge wurden „obere Geschosse heruntergenommen“, ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist. Stillgelegte Obergeschosse sollen weiterhin abgebaut werden.

Preiswert und kinderfreundlich

Zudem habe die Stadt viel in die Schullandschaft des Wohngebietes investiert. Preiswerte Wohnungen, eine kinderfreundliche Umgebung mit Schulen und Kindertagesstätte in der Nähe sowie Angebote für Kommunikation und Bildung wie Rosen-Center und Bibliothek machen das Wohngebiet attraktiv. Schmidt riet den Mitgliedern des Bauausschusses die sozio-kulturellen Angebote weiterhin zu verbessern und das Augenmerk auf die Qualität von Bildungs- und Kulturangeboten zu legen. Als beispielhafte Maßnahmen in diesem Bereich nannte er die Profilierung der Bibliothek. Unter anderem wurde dort für Barrierefreiheit gesorgt. Ein zweiter Rettungsweg wurde geschaffen. „Was man hat, sollte man weiter verbessern“, so Hadasch.

Ein positiver Trend sei auch in der Bertolt-Brecht-Straße zu verzeichnen. Obwohl Gebäude dort abgerissen worden sind, ist dort ein Einwohnerzugang zu verzeichnen. Eine Schulinfrastruktur ist dort bereits gegeben. Als weiteres Handlungsfeld nannte Schmidt die weitere Sanierungsmaßnahmen in der Kindertagesstätte an der OdF-Straße. Sanitär und Brandschutz seien dort zu erneuern. Zudem stehe noch die Erneuerung der OdF-Straße aus.

„Das sind Richtlinien mit denen wir die nächsten Jahre arbeiten können. Danach wird der Haushalt ausgerichtet. Wir sind auf einem guten Weg“, äußerte Regina Lessing (Gemischte Fraktion), 2. Vorsitzende des Bauausschusses.

Warnung vor Donut-Effekt

Siegfried Jordan, sachkundiger Einwohner und Ortsbürgermeister von Lindstedt, fragte nach, wie es sich in der Zukunft mit neuen Baugebieten verhält, ob sich alles auf die Innenstadt konzentrieren solle. Schmidt riet dazu, Siedlungsschwerpunkte zu setzen. Natürlich dürfe nicht verwehrt werden, dass auch in den Ortsteilen neu gebaut werde, es müsse aber darauf geachtet werden, dass kein Donut-Effekt entsteht, dass sich nicht alles am äußeren Rand abspielt und „die Innenstadt hohl wird“, so Schmidt. Damit spielte er allerdings nicht allein auf die Baugebiete an, sondern auch auf die Verteilung von Handels- und Einkaufsmöglichkeiten.