Kalbe l Brit Cordes ist die Neue beim Kalbenser Künstlerstadt-Verein. Die 22-Jährige aus Niedersachsen agiert künftig, und voraussichtlich bis zum kommenden März, als sogenannte Koordinationsstipendiatin. Damit übernimmt sie jene, vorrangig administrativen, Aufgaben, die bislang noch Yannick Wende ausfüllt. Denn der 31-jährige Nürnberger, der das Fach Künstlerische Konzeption studiert und es bis zum Meisterschüler gebracht hat, verlässt Ende des Monats die Milde-Stadt, um zu neuen Ufern aufzubrechen. Im Gepäck hat er dann viele positive, aber auch einige wenige negativen Eindrücke, wie er sagt.

Als absolut positiv bewertet Yannick Wende, dass er als Unterstützer des Künstlerstadt-Vereins in nicht unerheblichem Maße dazu beitragen konnte, solche Projekte wie das erste Brucca-Theaterfestival in Kalbe umzusetzen. „Es hat viele positiv überrascht. Und es konnte damit ein Fundament für weitere Veranstaltungen dieser Art gelegt werden“, so seine Worte. Aber auch der sechste Sommercampus wird dem jungen Mann gut in Erinnerung bleiben. „Ich habe von den Stipendiaten eine sehr positive Resonanz erhalten, weil sie sich so gut betreut gefühlt haben“, sagt er.

Kommunikation, das A und O

Schade findet er es, dass es ihm aus zeitlichen Gründen nicht gelungen ist, so wie ursprünglich geplant, einen eigenen Workshop zu realisieren. In diesem wollte er seine, bei speziellen Weiterbildungen und Tätigkeiten erlangten, Kenntnisse zu Personalmanagement und Kommunikation an andere Menschen weitergeben. Bedarf dafür sieht Yannick Wende, der sich nach eigenen Angaben immer bemüht hat, ein Thema aus verschiedenen Perspektiven zu sehen, durchaus. „Ich möchte die Menschen dazu ermutigen, festgefahrene Positionen zu verlassen, um erkennen zu können, dass die Idee der Künstlerstadt allen in der Region etwas bringen kann“, sagt er. Auch die Kommunikation der Vereine untereinander ließe sich nach seiner Ansicht sicher noch verbessern. „Denn es macht Potenzial und Ideen kaputt, wenn Leute nicht miteinander reden.“

Miteinander kommunizieren, das hält auch Brit Cordes für einen ganz wichtigen Ansatz bei ihrer Tätigkeit als Koordinationsstipendiatin. Als solche will sie vor allem dazu beitragen, Abläufe zu strukturieren. Rüstzeug hierfür hat sie sich bei ihrer Arbeit für die Sparkassen-Stiftung Lüneburg angeeignet, wo sie auch erstmals von der Künstlerstadt-Idee gehört hatte. Aber zu ihren Aufgaben zählt künftig auch, Anträge zu formulieren. Denn ohne Fördermittel ließen sich die Ideen des Künstlerstadt-Vereins und seiner Vorsitzenden Corinna Köbele kaum umsetzen.

Auch das Koordinationsstipendium wird mit solchen Mitteln finanziert. Möglich gemacht hat dies die Bundes-Kulturstiftung, wobei die Stadt Kalbe einen Eigenanteil erbracht hat, indem sie für mehrere Jahre die Wohnung im Bademeisterhaus als kostenfreies Quartier bereitgestellt hat. Noch wohnt dort Yannick Wende. Doch zum Monatsende übernimmt seine Nachfolgerin.

Und sie freut sich darauf, vielleicht bald etwas mehr Ruhe als bislang zu haben und wieder mehr ihren Hobbys wie dem Lesen und der Malerei nachgehen zu können. Denn das Studium der Kulturwissenschaften, das sie straff in sechs Semestern durchgezogen hat und in dessen Rahmen sie kürzlich ihre Bachelorarbeit abgegeben hat, ließ ihr dafür nur wenig Zeit.

Besonders freut sie sich aber auf die Begegnungen mit den hiesigen Menschen. Gestern Abend beim Stammtisch des Künstlerstadt-Vereins gab es dafür bereits gute Gelegenheiten. Und auch Yannick Wende hat ihr ja vorgeschwärmt, wie leicht es sei, hier Kontakte zu knüpfen, wenn man den Menschen offen begegne und sich anhöre, was sie zu sagen hätten.