Kalbe l „Wir wollen mit diesen Veranstaltungen zeigen, dass es ein Leben danach gibt“, sagte Roberto Stolte am Rande des 24. Stoma-Nachmittages in der Kalbenser Median-Klinik. Der war auch in dieser Woche wieder für Menschen mit künstlichem Darmausgang beziehungsweise künstlicher Harnableitung, kurz Stoma, organisiert worden. Die Deutsche Ilco kümmert sich um die Interessen dieser Menschen. Und Stolte, der nach der Jahrtausendwende selbst schon Patient in der Klinik war, ist Landessprecher der Organisation.

Dank an frühere Chefärztin

Als solcher hatte er auch die ehemalige Chefärztin der Krebsnachsorge (Onkologie), Dr. Katharina Molenda, eingeladen. Ihr übergab er einen Präsentkorb und dankte im Namen der Ilco-Mitglieder für die langjährige, gute Zusammenarbeit. Diese solle aber laut Stolte auch unter der neuen Chefärztin Dr. Gudrun Müller fortgeführt werden.

Und die Medizinerin hielt auch gleich den passenden Fachvortrag, in dem sie auf das sogenannte kolorektale Karzinom (Darmkrebs) einging. Dieses ist Hauptursache für einen künstlichen Darmausgang. „Aber es ist gut heilbar, wenn es früh genug erkannt wird“, so Müller, die an die Öffentlichkeit appellierte: „Nutzen Sie die Möglichkeit der Früherkennung via Spiegelung.“ Diese wird für Menschen ab dem 55. Lebensjahr von den Krankenkassen bezahlt, wobei die Altersgrenze aber, gerade für Männer, die prozentual häufiger betroffen sind, auf 50 gesenkt werden soll. Im Durchschnitt sind Frauen 75 Jahre und Männer 71 Jahre alt, wenn bei ihnen Darmkrebs diagnostiziert wird. „Aber die Heilungschancen werden immer besser – auch, wenn bereits eine Metastasierung erfolgt ist“, so Dr. Müller.

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Der Beweis für ihre Aussage saß direkt vor ihr. Denn die meisten derjenigen, die ihrem Fachvortrag lauschten, haben selbst vor Jahren diese Erkrankung durchlebt. Im Anschluss erhielten sie auch noch spezielle Ernährungshinweise von Fachfrau Manuela Pirnsch, ebenfalls Mitarbeiterin der Rehaklinik.

Letztere ist einmal jährlich der Austragungsort für einen Stoma-Nachmittag der Ilco.