Dannefeld l Am Montag rollen die Bagger in Dannefeld an. Die Großbaustelle wird eingerichtet. Und nach Ostern soll es dann richtig losgehen, mit dem grundhaften Ausbau der 850 Meter langen Ortsdurchfahrt der L 20 in Dannefeld. Und zwar im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes der Landesstraßenbaubehörde Nord mit Sitz in Stendal und der Stadt Gardelegen. Aufgrund der Corona-Krise konnten im Vorfeld nicht wie geplant die Einwohner im Rahmen einer Versammlung informiert werden, bedauerte Stadt-Bauamtsleiter Ottmar Wiesel. Die Verwaltung habe aber die wichtigsten Informationen und Kontaktdaten zusammengefasst und per Post an alle Grundstückseigentümer verschickt

850 Meter Straßenbau für 1,46 Millionen Euro

Der Ausbau der Straße erfolgt in zwei Bauabschnitten. Begonnen wird vom Ortseingang aus Miesterhorst kommend bis zum ehemaligen Konsum. Abschnitt zwei dann bis zum Ortsausgang in Richtung Trippigleben. Die Landesstraßenbaubehörde ist als Baulastträger für den Straßenbau und für Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen zuständig. Allein der Straßenausbau schlägt mit 1,46 Millionen Euro zu Buche. Für die Ersatzpflanzungen sind 23 000 Euro eingeplant.

Die Stadt Gardelegen verantwortet die Nebenanlagen. Dazu gehören der Einbau einer neuen Regenentwässerung für 345 000 Euro, die Erneuerung einzelner Gehwegsbereiche und aller Zufahrten entlang der Straße Unter den Linden für etwa 150 000 Euro und die Herstellung des Kreuzungsbereiches der Straße Unter den Linden, der Vordorfstraße und der Bauernstraße sowie der Bushaltestelle für etwa 60 000 Euro.

Vollsperrung der Straße

Gebaut wird unter Vollsperrung. „Das heißt, dass der Bereich, in dem gebaut wird, nicht befahren werden kann“, machte Wiesel deutlich. Rettungswege werden aber frei gehalten. Für die Müllentsorgung werden Sammelstellen eingerichtet. Ebenso sollen für die Post und Paketdienste Lösungen gefunden werden. Die Vollsperrung bedeutet auch, dass eine Umleitung ausgewiesen werden muss. Und die erfolgt von Miesterhorst über die B 188 zur L 26 in Richtung Schwiesau und weiter zur Kreisstraße 1116 Richtung Peckfitz bis wieder auf die L 20 in Richtung Klötze. Die Umleitung wird entsprechend ausgeschildert sein.

Ab dem 20. Mai wird eine Behelfsbushaltestelle an der Vordorfstraße eingerichtet, und zwar auf dem Hundebrösselfestplatz. Für die Bauzeit sind acht Monate veranschlagt. Am 30. November soll alles schick sein in Dannefeld. Bauberatungen werden zeitnah bekanntgegeben, damit Einwohner Probleme oder Wünsche ansprechen können. Zudem sind in dem Bürgerschreiben weitere telefonische Kontaktdaten aller Beteiligten aufgeführt.

Sammelstellen für die Müllentsorgung

Der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Dannefeld ist seit Jahren eine Endlos-Geschichte. Seit 2015 befasst sich Ortsbürgermeister Maik Lüer mit dieser Thematik. Aber auch sein Amtsvorgänger Wilfried Kuhrs hatte damit schon zu tun. Seinerzeit war es allerdings nur um eine Oberflächenerneuerung der Straße gegangen. Aufgrund des schlechten Zustandes der Straße hatte man sich dann für einen grundhaften Ausbau entschieden. Und der sollte ursprünglich im Jahr 2018 beginnen. Dabei hatten alle Beteiligten allerdings eine Lindenallee nicht im Blick gehabt.

Die Stadt Gardelegen hatte Anfang 2018 für das Fällen der Lindenbäume entlang der Straße, um die vorgeschriebene Straßenbreite bei Landesstraßen einzuhalten, die Genehmigung erteilt. Die galt allerdings nur drei Tage und wurde dann von der Stadt wieder eingezogen.

Lindenallee ist geschützt

Während die Linden im vorderen Bereich der Straße gefällt werden durften, gab es ein Verbot für die Lindenallee. Die Untere Naturschutzbehörde des Altmarkkreises hatte in ihrer Stellungnahme zu den Planungsunterlagen das Fällen der Bäume an einem etwa 172 Meter langen Straßenabschnitt untersagt. Laut Naturschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt handele es sich um eine geschützte Allee. Die Untere Naturschutzbehörde hatte seinerzeit auch auf ein konkretes Urteil des Verwaltungsgerichtes Magdeburg verwiesen.

Die Planungsunterlagen für diesen Abschnitt mussten nun noch einmal komplett geändert werden. Somit ging auch das Jahr 2019 ohne Straßenbau in Dannefeld ins Land (Volksstimme berichtete). Ziel war, in 2020 das Bauvorhaben zu realisieren. Und dieses Ziel ist nun erreicht.