Kämeritz l „Es war eine schwere Geburt, aber jetzt freue ich mich richtig.“ Ulrich Kaatz von der Biosphärenreservatsverwaltung strahlte gestern beim Termin mit Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher in Kämeritz. Denn der Mitarbeiter der Biosphärenreservatsverwaltung ist verantwortlich für die neuen Radtouren durch den Drömling. Am Kämeritzer Knotenpunkt mit der Apfelhütte und der Streuobstwiese der Biosphärenreservatsverwaltung, von wo auch der Große Brachvogel beobachtet werden kann, wurden zwei neue Hinweisschilder aufgestellt, die den Radfahrer nun den Weg in Richtung Sachau und Jeseritz weisen.

Die Planung für die neuen Radwege begann bereits 2015. Es gab laut Kaatz zahlreiche Abstimmungen zwischen der Biosphärenreservatsverwaltung und den Städten Gardelegen, Klötze, Oebisfelde-Weferlingen sowie der Gemeinde Calvörde. Eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe beschäftigte sich ausführlich mit den einzelnen Routen.

Vier neue Touren zum Drömlingsrundkurs

Es gibt die Miester Kolonien-Tour, die auf den neuen Schildern mit dem Kürzel MKT angegeben wird, die Calvörder Sieben-Brücken-Tour (CSB), die Klötzer Moor- und Waldtour (KMW) sowie die Oebisfelder Sumpfburg- und Ländchen-Tour (OSL). Von allen vier Radwegen aus erreicht man den 130 Kilometer langen Drömlingsrundweg (DRÖ).

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Die Miester Kolonientour ist 57 Kilometer lang und umfasst zahlreiche Kolonien. Neben Mieste, Kahnstieg, Mienenberg, Kolonie Werder, Kolonie Rätzlingen, Breiteiche, Kämeritz, Sachau, Miesterhorst und Kolonie Himmelreich erlebt der Radfahrer die typischen Landschaftselemente im Drömling.

Die Planung erfolgte, wie Kaatz erläuterte, nach dem Vorbild des Touristischen Leitsystems Sachsen Anhalt, was unter anderem auch in der einheitlichen Beschilderung im ganzen Land begründet ist, so dass der Wiedererkennungswert gegeben ist. Mit der Beschilderung wurde das Ingenieurbüro Deuter aus Quedlinburg beauftragt. Nach vielen Abstimmungen und Vorbereitungen zwischen dem Büro und Kaatz begann die Aufstellung der Schilder in der 46. Kalenderwoche, und zwar an der Straße zwischen Buchhorst und Röwitz. Neben Pfeilwegweisern und Zwischenwegweisern gibt es die Tourenkürzel als Zusatzschild.

63 Schilderstandorte

Insgesamt werden künftig 63 Schilderstandorte den Fahrradtouristen und Einheimischen den Weg auf allen Routen weisen. An den Strecken gibt es insgesamt 279 Schilder, die derzeit von Andy Strebe und Walter Paschke montiert werden. Die Kosten betragen insgesamt 120 000 Euro und werden aus Mitteln der Partei- und Massenorganisationen der ehemaligen DDR finanziert.

Die lang ersehnte neue Radwanderkarte mit diesen Routen sowie drei Routen im niedersächsischen Drömling wird derzeit erarbeitet und erscheint, wie Kaatz sagte, zu Beginn der Saison 2021. Und er versprach: „Ich werde alle Touren, wenn sie fertig sind, abfahren und kontrollieren.“ Und das gilt nicht nur für den sachsen-anhaltinischen Teil des Drömlings. Auch die Beschilderung für die drei niedersächsischen Touren befinden sich nämlich derzeit in Planung.