Ärger

Turnhalle Brunau kurzzeitig gesperrt

Wegen zahlreicher Mängel musste vor einiger Zeit die Brunauer Sporthalle gesperrt werden. Das sorgt noch immer für Unmut.

Von Conny Kaiser

Brunau l „Fünf Tage in der Woche wird die Turnhalle vom Sportverein genutzt.“ Insofern, sagte die bisherige Schatzmeisterin, Manuela Siede, während der Jahreshauptversammlung, wäre es schön gewesen, wenn mal jemand Bescheid gesagt hätte, dass die Halle gesperrt werde. „Wir wussten das allerdings selbst nicht und waren demzufolge mäßig begeistert, als wir davon erfuhren“, sagte dazu gestern Bürgermeister Karsten Ruth.

Die Sperrung war demnach von einem externen Unternehmen vorgenommen worden, das im Auftrag der Stadt Kalbe die Sportstättenkontrolle vornimmt. Der Termin in Brunau wurde eigenständig festgelegt. Als der Kontrolleur nun vor einigen Wochen die dortige Sporthalle in Augenschein nahm, da stellte er Mängel fest, die er offenbar als so gravierend einschätzte, dass er das Objekt umgehend sperrte und mit entsprechenden Hinweisen versah. Die Stadt wiederum, so berichtete gestern der Bürgermeister, habe zuerst von der Brunauer Schulleitung erfahren, dass kein Sportunterricht mehr stattfinden könne. Daraufhin sei umgehend Kontakt mit besagtem Unternehmen aufgenommen und nachgefragt worden, welche konkreten Mängel denn abgestellt werden müssten. So schnell wie möglich seien dann die Fluchtwege freigeräumt und der Parkettfußboden ausgebessert worden, wie Karsten Ruth sagte. Die Hallensperrung sei wirklich sehr kurzzeitig (ein Tag) gewesen und dann auch gleich wieder aufgehoben worden. Zeitgleich mit dem Gebäude waren von dem Kontrolleur aber auch einige Schulsportgeräte bemängelt und sofort der Nutzung entzogen worden. Und die ließen sich nun nicht auf die Schnelle reparieren.

„Das Ganze hat dazu geführt, dass ich heute Morgen im Zuge einer außerplanmäßigen Ausgabe einen Auftrag für die Neuanschaffung von zwei Sprungkästen und acht Matten unterschrieben habe“, sagte gestern der Bürgermeister. Die Sportgeräte hätten einen Wert von rund 3200 Euro. Um derartige „Überraschungen“ für die Zukunft zu vermeiden, sei die Stadtverwaltung auf entsprechende Hinweise aus der Lehrerschaft angewiesen, betonte Ruth.

Was die eigentliche Sanierung der Sporthalle Brunau – Fenster, Dach und Heizung müssten erneuert werden – angehe, so stünde sie zwar auf der städtischen Liste der Stark-V-Maßnahmen, die zu 100 Prozent gefördert würden, doch ließe sie sich erst umsetzen, wenn eine Nachhaltigkeit nachweisbar wäre. Leider gebe es aber noch keine politische Entscheidung zu den von der Landesregierung angekündigten Schulverbünden, sagte Ruth. Als Außenstelle der Grundschule Kalbe hätte die Brunauer Bildungseinrichtung eine Chance, dauerhaft und ohne Sondergenehmigung fortbestehen zu können – und mit ihr auch die Turnhalle.