Gardelegen l Sie ist schwer die Last, die manche Familie tragen muss: Mit nur 810 Gramm Körpergewicht kommt die kleine Anita 2008 in Derenburg (Harzkreis) zur Welt. Doch anders als bei ihrer Zwillingsschwester Amelie verläuft ihr Start ins Leben extrem kompliziert. Die Ärzte sind skeptisch, doch die kleine Kämpferin schafft es. Aus Anita wird ein aufgewecktes freundliches Mädchen – mit einigen Handycaps. Laufen kann die Zehnjährige zum Beispiel nicht. Das aber könnte sie vielleicht lernen. Davon sind ihre Eltern, Alexandra und Andreas Eichner, überzeugt. Nach einer Bewegungstherapie in Slowenien, in der Anita in einem speziellen Anzug laufen übte, gab es nämlich viele Fortschritte, erzählt ihre Mama am Volksstimme-Telefon. „Dreimal waren wir schon dort“, jedes Mal sei es besser geworden, ist Alexandra Eichner stolz.

Doch die Therapie, die die Krankenkasse nur beim ersten Mal unterstützte, ist teuer. Rund 5000 Euro kostet der Aufenthalt für Mutter und Tochter in Slowenien. Obwohl beide Eltern arbeiten, ist das kaum zu stemmen für die kleine Familie, zu der auch noch Tochter Anna (14) gehört.

Volkssolidarität nimmt Stifte entgegen

Deshalb greifen die Eichners seit kurzem zu einer ungewöhnlichen Methode, Spenden zu akquirieren. Sie sammeln gebrauchte Stifte, alle vom Kuli bis zum Textmarker (außer Holzstifte). Diese werden an das Unternehmen Terracycle gesandt. Pro Stift zahlt die Firma einen Cent. „125.000 Stifte haben wir bereits zusammenbekommen“, erzählt Alexandra Eichner. Das seien immerhin 1250 Euro für Anitas Therapie.

Von den Bemühungen der kleinen Familie haben nun auch einige Mitglieder der Gardeleger Volkssolidarität gehört. Und man war sich schnell einig: „Wir wollen helfen.“ „Ab sofort können gebrauchte Stifte bei uns abgegeben werden“, informiert Iris Lüders, „wir haben hier Platz, und es ist so einfach, die Stifte hier zu lagern.“

Anita wird nach Gardelegen kommen

Übrigens: Wenn viele Stifte zusammenkommen, würde Alexandra Eichner mit Anita selbst kommen, um sie abzuholen. Denn „ich freue mich sehr, dass uns die Gardeleger helfen wollen“, sagt die dreifache Mama gestern am Telefon.