Breitenfeld l Rückblickend auf 2020 konnte Breitenfelds Ortsbürgermeister Christian Henneick kurz vor Jahresende nur feststellen: „Es ist nichts passiert.“ Wieder sei in den ländlichen Wegebau rund ums Dorf nichts investiert worden, obwohl es Bestandteil des Investitionsliste des Ortes war. Auch Beschwerden seinerseits bei der Stadt brachten nichts.

Ziel sei es gewesen, am Drömlinger Weg in Richtung Schwiesau Bäume zu pflanzen, um die ursprüngliche Breite des Weges dauerhaft wieder herzustellen, denn die Furchen der angrenzenden Äcker wurden immer dichter an den Weg gezogen, der dadurch schmaler wurde. Dafür wurde von Seiten der Ortschaft auch die Landesstraßenbaubehörde (LSBB) Sachsen-Anhalt mit ins Boot geholt, die die Pflanzungen vornehmen wollte, aber nichts wurde realisiert. Dabei habe es im Sommer sogar einen gemeinsamen Vor-Ort-Termin gegeben. Und Ziel der Stadt sei es ja eigentlich, grüner zu werden, wie während einer entsprechenden Veranstaltung Ende September im Letzlinger Kulturhaus betont wurde. „Dort wurde gesagt, wenn ihr Bäume pflanzen wollte, müsst ihr euch nur melden, und ich dachte, schön, es funktioniert nur nicht“, so Henneick. Aufgeben sei aber keine Option. Deshalb wurde der ländliche Weg wieder auf die Investitionswunschliste von Breitenfeld gesetzt.

Katastrophaler Brandschutz

Und der Ortsbürgermeister hat diesbezüglich nicht nur die Unterstützung seiner Ratsmitglieder, sondern auch die von Ingo Kaufhold. Der Breitenfelder ist zwar kein Mandatsträger, setzt sich aber als Teil eines Männerstammtisches für die Belange des Dorfes ein. Dabei liegen ihm, als ehemaligen Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Gardelegen, vor allem die Waldwege rund um Breitenfeld am Herzen, die immer mehr zuwuchern. „Sie sehen teilweise aus wie geschlossene Tunnel“, machte er deutlich. Der Brandschutz sei katastrophal. Darauf weise er, wie er erklärte, die Verwaltung schon seit vier Jahren hin und mache Vorschläge, ohne dass es eine Reaktion gebe. „Es passiert nichts“, so Kaufhold. Und er frage sich, ob Breitenfeld überhaupt noch zu Gardelegen gehöre. „Wir sind außen vor“, so lautet sein Fazit.

Das lässt Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher so nicht auf sich sitzen. Jedes Schriftstück werde bearbeitet und beantwortet, erklärte sie. Und auch einen Vor-Ort-Termin zu den Waldwegen habe es gegeben. Das Problem sei aber komplexer und betreffe nicht nur Breitenfeld. Man arbeite dran. Zu den Baumpflanzungen am Drömlinger Weg erklärte sie, dass es für die LSBB natürlich einfach sei, dort als Ausgleichsmaßnahme für versiegelte Flächen Bäume zu pflanzen. Der Knackpunkt sei aber, dass die Kommune nach fünf Jahren die Pflege, dazu gehöre beispielsweise das Gießen bei Trockenheit und das eventuelle Nachpflanzen, übernehmen müsse.

Das würde sie lieber für eigene Anpflanzungen übernehmen, denn auch die Stadt müsse Ausgleichsmaßnahmen leisten. Deshalb haben eigene Maßnahmen Vorrang. Derzeit werde von Seiten der Verwaltung zusammengestellt, was noch gepflanzt werden müsse und wohin.