Gardelegen l Ausgerüstet mit den entsprechenden Bewertungsbögen und Stiften zum gewissenhaften Notieren der Punkte und das deutsche Kleingartengesetz im Kopf machen sich die vier Detektive der Bewertungskommission auf den Weg in die Hansestadt Gardelegen. Es sind Klaus Lawnik, Chef des Salzwedeler Kleingartenvereins Am Hopfengarten, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes und am Sonnabend der Leiter der Bewertungskommission, Heinz Herrmann, Fachberater im Bezirksverband, sowie Günter Pusch und Kai-Uwe Ilgenstein vom Kleingartenverein Am Teufelsweg in Kalbe.

Erste Station ist um 9 Uhr die Anlage des Kleingartenvereins Fasaneneck. Eine Stunde ist dort für die Inspektion angesetzt. Um 10 Uhr wollen die Gartendetektive an der Kleingartenanlage Am Rosengraben sein. Sie schaffen es nicht ganz pünktlich, denn schließlich ergeben sich so manche nette Gespräche und Fachsimpeleien. Auch erfolgt die Auswertung der Notizen und Punktevergaben immer sofort, natürlich im Geheimen unter acht Augen.

Es sind aber nur ein paar Minuten, die Vereinschef Maik Schulze auf die Besucher warten muss. Kurz nach 10 Uhr fahren zwei Autos die Mühlenstraße hoch. Die Zeit nutzt Maik Schulze, um der Volksstimme, die die Aktion seit Jahren begleitet, ein wenig über die Kleingarten-Anlage Am Rosengraben zu erzählen.

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Sie verfügt über 18 Parzellen, von denen 17 belegt sind. Er hat, so Maik Schulze, seinen Garten seit 27 Jahren. Der 18. Garten ist ein gemeinschaftlicher Treffpunkt für die Vereinsmitglieder, wo beispielsweise gemeinsam das Oster- und das Herbstfeuer veranstaltet sowie das Sommerfest gefeiert werden.

Lob beim Start

Die Parzellen sind zwischen 350 und 390 Quadratmeter groß. Die Pflege der Wege teilen sich alle Vereinsmitglieder. Jeder hat einen gleich langen Abschnitt, für den er verantwortlich ist. Ehrensache für jeden Laubenpieper am Rosengraben, dass am Sonnabend nicht ein Halm Grün auf dem Trauben-, Brombeer-, Apfel- und Kirschweg zu finden ist. Auch die Kleingärten sind alle sehr gepflegt. Doch nicht nur das. „Guter Anbau, wie immer.“ Gleich beim Start des Rundgangs durch die Kleingartenanlage Am Rosengraben gibt es ein Lob von Klaus Lawnik.

 Denn ein Bewertungskriterium ist unter anderem, ob es in den Kleingärten Obst und Gemüse, Blumen und eine Fläche zur Erholung in der gewünschten Dreiteilung gibt. Auch dass das Schild über dem Eingang neu ist, fiel dem Kommissionschef sofort auf, was Maik Schulze freute. Wie er sagte, habe die Gemeinschaft über die Gestaltung entschieden, denn das gute Miteinander ist das Wichtigste. Zudem berichtet er der Bewertungskommission, dass es in der Anlage 26 Nisthilfen, elf Insektenhotels und sechs Biotope gibt – auch wichtige Kriterien.

Salatbaum aufgestellt

Und auch die Jury-Mitglieder können noch etwas lernen und Ideen für den eigenen Garten mitnehmen. Jörg Schulze, der seinen Garten im zweiten Jahr bewirtschaftet, hat einen Salatbaum. Dafür hat er in ein altes KG-Rohr, das er auf dem Grundstück fand, passende Löcher geschnitten, das Rohr mit Pflanzerde befüllt, es in einem Gefäß aufgestellt und in die Löcher Salat gepflanzt. Günter Pusch war von dieser Art des Gärtnerns sehr angetan und wollte es ausprobieren. „Ich habe auch noch so ein Rohr liegen.“

Gut anderthalb Stunden blieb die Kommission in der Kleingarten-Anlage Am Rosengraben, die in den vergangenen Jahren schon oft sehr gute Platzierungen und Siege in ihrer Kategorie erreicht hat, wie Maik Schulze nicht ohne Stolz sagte. Denn das sei eine besondere Anerkennung für jene, die zwar nur einen kleinen Garten, aber dafür eine große Liebe zur Gartenarbeit haben. Im Anschluss ging es weiter zu den Anlagen Kuhschlagweg und Kirschweg.