Besucher sehen das Kleinod, auch ohne den Turm besteigen zu müssen

Wiepker Glocken im Großformat

Von Donald Lyko

Weil es für viele nicht mehr möglich ist, im Turm der Wiepker Kirche hinauf zu den Glocken zu steigen, hat sich der Gemeindekirchenrat etwas einfallen lassen: Zwei großformatige Fotos der wertvollen Glocken aus dem 16. Jahrhundert werden im Kirchenschiff ausgestellt.

Wiepke l In den beiden Weltkriegen mussten viele Kirchen ihre Glocken hergeben, damit diese eingeschmolzen werden konnten. Die Wiepker hatten aber Glück und haben zwei von dreien behalten. "Wir sind sehr froh, dass wir sie noch haben", sagte Gerald Leichsenring, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates in Wiepke. Froh ist er auch, weil es sich um Glocken aus dem Jahr 1576 handelt.

Mit diesem Pfund möchte die Kirchengemeinde natürlich auch wuchern. Auch, weil die Dorfkirche an der Straße der Romanik liegt und Interessenten aus allen Teilen der Welt anlockt. "Sogar aus China und Südafrika waren schon Besucher bei uns", freute sich Gerald Leichsenring und zeigte auf das Gästebuch. Eine der jüngsten Eintragungen stammt von Gästen aus den USA.

Die Glocken anzuschauen, ist wegen der steilen und im Laufe von Jahrhunderten schon stark abgenutzten Treppen im Turm nicht ganz einfach. Besonders der Abstieg bereite vielen Schwierigkeiten, weiß der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. Darum haben er und die anderen Mitglieder die Idee gehabt, Fotos von den Glocken machen zu lassen. Als Partner dafür fanden sie den Fotodesigner Armin Kammer, der seit einigen Monaten in Kalbe lebt. Nicht nur dort hat er im Alten Wachhaus schon Arbeiten von sich gezeigt. Während des Tages des offenen Denkmals am zweiten Septembersonntag zeigte er zudem in der Wiepker Kirche Aufnahmen von altmärkischen Kirchen und stimmungsvolle Impressionen der Milde im Nebel. Gezeigt wurden an diesem Tag aber auch die beiden großformatigen Fotos der Glocken.

Sie sollen nun im Eingangsbereich zum Kirchenschiff einen Platz finden und mit Erklärungen versehen werden. Die Finanzierung der Fotos und der Ausstellung hat die Sparkasse Altmark West spendiert. "Ohne sie hätten wir uns den Wunsch gar nicht erfüllen können", sagte Gerald Leichsenring. Die Ausstellung sei für die Kirchengemeinde und für Armin Kammer ein Gewinn gewesen. Die Kirche habe zum Denkmalstag eine ansprechende Schau bieten und der Fotodesigner habe sich vorstellen können. "Seine Arbeiten sind eine echte Bereicherung für die Altmark", lobte der Wiepker den Neu-Kalbenser Kammer.