Gardelegen l Die Empörung bei Gudrun Gerecke ist groß. Kurz vor dem Jahreswechsel am Montag schickte sie der Volksstimme-Redaktion ein Bild, das ein teilweise zerstörtes Gesteck in einer Schale vor einem Gedenkstein zeigt. Teile vom Schmuck waren herausgerissen. Erde lag verstreut umher. Das erinnerte sofort an das Bild vom Mai 2019, als gleich zweimal innerhalb von 14 Tagen Blumen aus der Schale an derselben Stelle herausgerissen wurden. Wer macht sowas, fragte sich Gudrun Gerecke damals schon und erklärte: „Das ist ungezogen und respektlos den Menschen gegenüber, denen soviel Leid zugefügt wurde.“ Nun die erneute Zerstörung.

64 Steine gibt es insgesamt

Bis zur Entdeckung schmückte das Gesteck noch den Gedenkstein mit dem roten Dreieck und dem Schriftzug 13.4.1945, der an der Bismarker Straße gegenüber dem Friedhof an die qualvollen Wege der KZ-Häftlinge im April 1945 von den Bahnhöfen Mieste und Letzlingen zur Isenschnibber Feldscheune erinnert. Insgesamt gibt es 64 dieser Steine, für die verschiedene Institutionen, Parteien, Vereine und Privatpersonen eine Patenschaft übernommen haben, so auch die Linken. Und von ihnen hat Gudrun Gerecke die Aufgabe übernommen, dort für Ordnung zu sorgen.