Genthin l Eine Runde aus Vertretern der Verwaltung, Polizei, Feuerwehr, Hilfsorganisationen und der Kirchen soll von nun an wöchentlich zusammenkommen, um die Angebote und Hilfen für Flüchtlinge zu koordinieren. „Wir wollen in dieser Runde Informationen zusammentragen und Angebote effizient gestalten“, erläuterte Genthins Bürgermeister Thomas Barz. Zu den derzeit in der Einsteinstraße lebenden 250 Menschen würden in den nächsten Wochen voraussichtlich weitere 150 Asylbeweber kommen. Darüber hinaus ist geplant, im Heinigtenweg etwa 150 Asylbewerber und Anfang Dezember weitere 70 Flüchtlinge in einer Pension durch den Landkreis unterzubringen.

Bedarfsgerechte Hilfe gewährleisten

Der ehemalige Supermarkt an der Friedenstraße, hier sollen 500 Flüchtlinge Platz finden, wird mittlerweile ertüchtigt. In der Stadt gäbe es ein großes ehrenamtliche Engagement, besonders im Bereich der Deutschkurse für Flüchtlinge. „Aber oft weiß die eine Stelle nicht vom Angebot der anderen.“ Der regelmäßige Austausch sei aber auch von Nöten, um Spenden sachgerecht verteilen zu können.

„Wir müssen hier eine bedarfsgerechte Hilfe gewährleisten“, meinte beispielsweise Andy Martius, DRK-Vorstand im Regionalverband Magdeburg/Jerichower Land. Das Rote Kreuz koordiniert die Hilfe in Genthin und ist mit Mitarbeiterbeitern in den Unterkünften präsent. „Im Moment wird besonders Winterbekleidung für Erwachsene sowie für Kinder und Schuhe in den Größen 40 bis 45 benötigt.“ Auch Ausmalhefte und Stifte könne man noch gebrauchen. Wenig Wert habe es, Lampen und Tapetenreste zu spenden. „Vieles ist gut gemeint, aber wir können es nicht lagern.“

Hygienepakete werden benötigt

Auch Hygienepakete würden weiterhin benötigt. Darin sollten enthalten sein: Nagelfeile, Taschentücher, Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnputzbecher (Plastik), Duschcreme, Waschlappen, Handtuch und ein einfacher Kamm. „Das sind Verbrauchsartikel, die in den Erstaufnahmeeinrichtungen immer wieder benötigt werden“, erläuterte der DRK-Vorstand. Andy Martius machte aber auch deutlich, dass Spenden in den Einrichtungen des DRK oder in der Kleiderkammer abgegeben werden mögen. In die Einrichtungen kämen Besucher nicht ohne Weiteres hinein. „Melden Sie sich bei uns, wir können eine entsprechende Abstimmung treffen, meinte Martius auch im Hinblick auf Ehrenamtliche, die helfen wollen.

Christoph Grothe von der Diakonie berichtete über die Arbeit der Tafel. „Wir haben ein erhöhtes Aufkommen, aber niemand, der bislang unsere Hilfe benötigte, wird zukünftig verdrängt“, sagte er. Es gäbe nach wie vor genügend Lebensmittel, die an die Berechtigten abgegeben werden könnten. Auch das Möbellager werde weiterhin geführt und stünde wie bisher zur Verfügung. In der Kleiderkammer und bei der Tafel werde jede helfende Hand gebraucht. „Die Hilfe kommt bei allen Bedürftigen an, verdeutlichte Thomas Barz. Die Runde soll aber auch Gerüchten und Falschmeldungen entgegenwirken.

Eine davon sei die Befürchtung eines Anstiegs der Straftaten durch die höhere Zahl von Flüchtlingen. „Das können wir in Genthin bislang nicht feststellen“, sagte Genthins Kommissariatsleiter Holger Meseberg. Bürgermeister Barz plädierte zudem dafür, Falschmeldungen aus den sozialen Netzwerken nicht zu stark zu gewichten. „Das sind keine unabhängigen Informationsmedien.“

Bürgertelefon an zwei Tagen besetzt

Die Lenkungsrunde wird sich von nun an wöchentlich treffen. Teilnehmen sollen zukünftig auch Vertreter des Landkreises und der Nachbarkommunen Jerichow und Elbe-Parey. Privatpersonen haben von nun an die Möglichkeit, ihre Fragen bei einem Bürgertelefon loszuwerden. Jeden Dienstag in der Zeit von 17 bis 18 Uhr und jeden Donnerstag in der Zeit von 14 bis 15 Uhr kann eine Mitarbeiterin der Stadt unter der Telefonnummer 03933 / 87 61 23 erreicht werden. Die Fragen werden entweder an die zuständigen Stellen weitergeleitet oder auch direkt beantwortet. Darüber hinaus werden die Fragen und Antworten auch auf der Internetseite der Stadt Genthin veröffentlicht.