Genthin l Respekt und Disziplin! Das sind die Werte, die für Frank Müller an erster Stelle stehen: „Das gilt auf unserer Taekwondomatte ebenso so wie für alle Lebensbereiche“, sagt der Träger eines schwarzen Gürtels.

Taekwondo ist ein System der waffenlosen Selbstverteidigung aus Korea. Es ist eine Kampfkunst aus vielen Techniken, mit allen Teilen der Hände, Arme, Beine und Füße erlernt werden. Frank Müller: „Unser Sport dient in erster Linie der Persönlichkeitsentfaltung.“ Taekwondo bedeutet wörtlich: Weg des Fußes und der Hand.

Müller trainiert derzeit 98 Schüler in seinem kleinen Black Belt Center in der Nähe des Genthiner Kinos. Er sagt: „Wir lernen Taekwondo, um unseren Körper und unseren Geist zu schulen.

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Eröffnet hat er seine Schule im Mai 2004. Mein Großmeister sagte damals: „Von 100 Schülern wird es nur einer zum schwarzen Gürtel bringen. Mit dieser Quote sollte er recht behalten.“ Außer ihm sind von damals nur noch zwei Sportler dabei: Seine Ehefrau Katja und Monique Doßmann aus Parchen, die derzeit in Tangermünde lebt. Sechs Mitglieder seiner Schule tragen den schwarzen Gürtel. Mit einer Prüfung am Wochenende in Hamburg von Großmeister Michael Unruh sind zwei weitere hinzugekommen: Claudia Laubvogel und Pascal Rülke.

Schwarzgürtel-Unterschiede

Aber auch für Schwarzgürtel gibt es Abstufungen. Diesen Gürtel erhält ein Sportler mit dem 1. Dan. Müller ist Träger des 2. Dan: „Ich bereite mich allerdings gerade auf meine Prüfung zum 3. Dan vor, die im Sommer stattfinden wird.“ Zum Vergleich: Großmeister Michael Unruh aus Hamburg trägt den 7. Dan. Um mit dem Taekwondo-Training zu beginnen, sind weder Vorkenntnisse in anderen Sportarten noch besondere Beweglichkeit oder ein bestimmtes Alter Voraussetzung. Die körperliche Beweglichkeit und das Bewusstsein entwickeln sich beim Üben. Müller: „Taekwondo ist für Menschen jeden Alters und Geschlechts geeignet.“

Davon konnten sich die Eltern der jungen Talente beim gemeinsamen Weihnachtstraining überzeugen. Müller absolvierte mit ihnen ein Kraft- und Bewegungstraining: „So lernen Menschen, die ansonsten nur zuschauen ganz schnell, wie viel Arbeit hinter jedem kleinen Erfolg steckt.“

Das traditionelle Taekwondo ist ein Sport, bei dem sich Kontrahenten nicht berühren. Stehen sich zwei Athleten gegenüber, sind sie nicht Gegner, sondern Partner. Einsteiger beginnen mit dem weißen Gürtel. Für jeden weiteren Gürtel müssen die Absolventen verschiedene Formen laufen – das ist eine kleine Kür aus vielen Bewegungsabläufen: „Beispielsweise besteht die 13. Form aus 68 Bewegungen“, sagt Müller.

In dieser festgelegten Abfolge von Abwehr- und Angriffsbewegungen gegen imaginäre Gegner werden die erlernten Einzeltechniken zu einem harmonischen Ganzen zusammengeführt. Wichtig sind für Trainer Frank Müller unter anderem ein flüssiger, rhythmisch ausgewogener Ablauf, korrekte Atmung, Blickkontakt und exakte Rückkehr zum Ausgangspunkt. Mit zunehmendem Gurtgrad werden die Bewegungsabläufe komplexer und anspruchsvoller.

Trainieren wird er dies mit seinen Schülern unter anderem beim Neujahrslehrgang im Januar in Hamburg. Es folgt ein Trainingslager im Mai auf Korfu und der Alsterpokal in Hamburg. Tradition ist zudem das Sommerlager in Zabakuck in Juni, bevor ein weiteres Sommercamp auf der Insel Fehmarn folgt.

Von all diesen Erlebnissen wird Müller beim nächsten Eltern-Weihnachtstraining im Dezember berichten.