Genthin l Während der gut einstündigen Beratung unter der Moderation von Bürgermeister Thomas Barz gab es eine Reihe von Informationen. Allen voran stand die Nachricht, dass es vorerst keine weiteren Zuweisungen an Flüchtlingen durch den Landkreis geben werde. Es gab auch keine Auskünfte über die geplante Nutzung des ehemaligen REWE-Marktes als Notunterkunft.

Schulbesuch: Zukünftig, so das Genthiner Stadtoberhaupt, werden die zu erwartenden 25 Kinder der Flüchtlingsfamilien mit Bleiberecht auf alle Grundschulen verteilt. In Abstimmung mit dem Landesschulamt werden die Schulbezirke aufgehoben und damit die Uhland-Schule entlastet. „Wir wollen keine 50:50 Klassen entstehen lassen“, sagte Barz. Die Schulleiter der Genthiner Grundschulen haben der Verteilung der Kinder zwischenzeitlich bei einer Konferenz zugestimmt. Bürgermeister Barz sagte, dass in der Stadt weiterhin freie Kita-Plätze für Flüchtlingskinder zur Verfügung stünden, aber auch hier sollte eine Verteilung unabhängig von Einzugsgebieten vorgenommen werden. Gegenwärtig befinden sich in der Kanalstadt fünf Flüchtlingskinder in Obhut einer Kindertagesstätte. „Bisher sind die Flüchtlinge sehr zurückhaltend, ihre Kinder einer Einrichtung anzuvertrauen“, stellte Barz fest.

Internet und Telefon: Für die Unterkünfte in Brettin, wo derzeit 56 Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan leben, hat sich ein Sponsor aus Magdeburg bereiterklärt, einen Telefon- und Internetzugang einzurichten. „Wir werden die Idee aufgreifen. Jeder im Umkreis kann dies schließlich nutzen“, unterstrich Barz. Für den ehrenamtlichen Deutschunterricht, der im Integrationstreff der Einsteinstraße erteilt wird, gibt es mit einer weiteren Wohnung im gleichen Haus eine räumliche Erweiterung. Voraussichtlich im Februar ist die Wohnung nach Renovierungsarbeiten bezugsfähig. Die Stadt kommt mit der neuen Wohnung einer Bitte der ehrenamtlichen Deutschlehrer nach, die sie bei einem Besuch des Landrates und des Bürgermeisters im Dezember vorgetragen hatten.

Derzeit 335 Asylbewerber in Genthin

Unterkunft in Brettin: Viele junge Männer, die in der Brettiner Unterkunft leben, spielen gern Fußball, trug die Betreuerin der Malteser der Runde vor. Sie regte deshalb ein Freundschaftsspiel an, ist aber auf der Suche nach einer gegnerischen Mannschaft. Pfarrer Stefan Donath riet der Betreuerin, sich mit dem Morus-Haus in Verbindung zu setzen. In Genthin leben derzeit 604 Ausländer, davon 335 Asylbewerber, 73 davon besitzen einen Asylstatus. 25 ausländische Familien sind mittlerweile in Genthin heimisch.