Genthin l „Hier ist eine weitere Probe“, kündigt Funktionsbeamter Dirk Bartsch den Forstarbeitern im Arbeitsraum an. Ein Ruck, schon liegt der Inhalt eines Säckchens auf dem Tisch. Vor den Forstarbeitern Artur Borys und Michael Gericke liegt nun 0,25m² Waldboden. Erde, Gras, kleine Äste, Wurzeln. Mit schmalen Stäbchen beginnen die Forstarbeiter nun zu suchen. Mit einem Stäbchen trennen sie die Probe in feine Teile und haben ein ganz genaues Auge auf etwas, was dem zufälligen Waldbesucher nie in den Blick fallen würde.

„Wir suchen nach Raupen und Puppen einiger Kieferngroßschädlinge, welche sich zu dieser Jahreszeit in den oberen Waldbodenschichten befinden“ erläutert Dirk Bartsch. Das sind die Puppen des Kiefernspanners, der Forleule sowie der Blattwespen und die Raupen des Kiefernspinners. Der Laie könnte die Puppen gut für Steinchen halten. Insgesamt hatten die Forstleute in 53 Abteilungen ihre Suche durchgeführt. Aus jeder Abteilung nahmen sie zehn Proben, sodass am Ende insgesamt 530 Proben untersucht wurden. „Das ist eine ziemliche Sisyphusarbeit, aber es gibt keine bessere Möglichkeit, um die Schädlinge aufzuspüren“ sagt Artur Borys.

In Pappschachteln gesammelt

Die Fundstücke wandern in kleine Pappschachteln, die mit Fundort, Datum und Arten, zunächst in das Büro von Dirk Bartsch gehen. Er besieht sich die Funde und bestimmt mittels Lupe die Arten. „Die Puppen der Forleule und des Kiefernspanners sehen mit bloßem Auge recht ähnlich aus, unter der Lupe kann man erkennen, dass die Forleule ein kleines zweispitziges Ende besitzt.“ Nach der Bestimmung und der Eingabe in das Waldschutzmeldeportal, werden die Proben zur weiteren Analyse, an die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt nach Göttingen gesandt.

Bilder

„Dort werden die Funde sortiert, untersucht und registriert“, so Bartsch. Erst danach seien Rückschlüsse auf den Umfang der Vorkommen und eventueller Kalamitäten zu schließen. Maßnahmen werden nur bei zu erwartenden Massenvermehrungen und nur auf Empfehlung der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt getroffen, beruhigt Bartsch.

Keine Massenvermehrung befürchtet

Und nur im Extremfall komme es, nach vorheriger genauer Überprüfung und Information, zum Einsatz von Luftfahrzeugen zur Schädlingsbekämpfung. Die bisherigen Funde in diesem Jahr lassen keine Massenvermehrung vermuten. Eine endgültige Aussage wird durch die Auswertung der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt getroffen.