Genthin l Endstation heißt es derzeit für viele Lkws auf der Durchreise auf der Berliner Chaussee in Genthin. Grund ist die Baustelle der Bundesstraße 1 in der Werderstraße im Zuge des dritten Bauabschnitts des grundhaften Ausbaus der Ortsdurchfahrt.

Seit dem 14. März ist deshalb die Geschwister-Scholl-Straße teilweise gesperrt. Ab der Einmündung Jahnstraße bis zum angrenzenden, bereits fertiggestellten zweiten Bauabschnitt in der Werderstraße, ist die Fahrbahn dicht. Die Straße Am Werder ist ab ihrer Einmündung ebenfalls gesperrt.

„Das ist kein Zustand“, sagt Anwohner und Stradtrat Horst Leiste über die unachtsamen Brummis, die unmittelbar vor seiner Haustür wenden. „Wahrscheinlich fahren die Lkw-Fahrer nur nach Navi“, erklärt es sich der Genthiner. Dort scheint die Meldung noch nicht installiert. Die Ausschilderung der Umleitung wurde rechtzeitig angebracht, sodass es für die Lkw-Fahrer unübersehbar sein sollte. Dies bestätigt auch Claudia Hopf-Koßmann, Pressesprecherin des Landkreises: „Es ist eine eindeutige Beschilderung sowohl hinsichtlich der Sperrung als auch der Umleitung angeordnet und umgesetzt worden. Für Verkehrsverstöße ist die Polizei und nicht die Verkehrsbehörde zuständig.“

Holger Meseberg, Leiter des Genthiner Polizeikommissarits, kann lediglich von einem nächtlichen Schwerlasttransport der Brandenburger Polizei berichten, der in der Kanalstadt endete. Die Kollegen aus dem Nachbarbundesland hatten die Baustelle wohl nicht im Blick.

Stadtverwaltung kennt Problem

Die Anwohner der Berliner Chaussee wünschen sich eine bessere Überwachung, schließlich stellen die Wendemanöver der Brummis eine Gefahr für Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer dar. „Und auch die Straßen werden durch die schweren Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen“, ergänzt Leiste.

Die Kontrolle der Baustellensituation ist nicht durchgängig möglich, so Meseberg, da zum Beispiel auch auf der Umleitungsstrecke in Brettin, wo einige Lkw-Fahrer schneller als erlaubt unterwegs sind, kontrolliert wird.

In der Genthiner Stadtverwaltung ist das Problem bekannt. Bürgermeister Thomas Barz hofft, dass eine Besserung eintritt, sobald sich die Situation unter den Lkw-Fahrern „herumgesprochen“ hat, beziehungsweise die Meldung in den Navigationsgeräten Beachtung findet. „Wir werden den Landkreis um Prüfung bitten, ob in irgendeiner Form hier eine spürbare Verbesserung der Situation erreicht werden kann“, stellt Barz in Aussicht.