Genthin l Eine fast 15-jährige Erfolgsgeschichte des Unternehmens, das in Genthin Kunststoffflaschen hergestellt hat, geht in diesen Tagen ihrem Ende entgegen. „Es ging nach den zwei Insolvenzen des Waschmittelwerkes nur noch bergab für unsere Firma, so dass die Aufgabe des Standortes inzwischen unvermeidbar ist“, sagte Manfred Heusel, Prokurist des Unternehmens, in einem Gespräch mit dem Genthiner Rundblick. 14 Mitarbeiter müssen sich nun nach einer neuen Arbeit umsehen.

Für Alpla waren Ende der 90er Jahre enge Geschäftsbeziehungen zu Henkel ausschlaggebend, den Produktionsstandort Genthin aufzubauen. Vor allem logistische Vorteile konnte Alpla nutzen. Bis dahin lieferte das Berliner Werk jährlich bis zu 3000 Lkw an Kunststoffverpackung nach Genthin für Henkel. Mit dem Aufbau einer Genthiner Niederlassung und der Aufnahme einer so genannten Inhouse-, oder auch Wand-an-Wand-Produktion, entfielen für die Alpla-Werke die Verpackung, das Handling, die Lieferungen und auch die aufwändigen und kostenintensiven Leergutfrachten.

 

Mit dem Weggang von Henkel, macht Heusel klar, wurde auch die Situation der Alpla-Niederlassung in Genthin mit der Zeit immer schwieriger. Das Unternehmen reagierte seinerzeit bereits darauf, indem es die Belegschaft von 25 auf 18 Mitarbeiter reduzierte.

Erfolglose Rettungsaktion

Man habe zwar das Waschmittelwerk und später auch noch Gemini beliefert, doch das betriebswirtschaftliche Abrutschen der Zweigniederlassung sei unaufhaltsam gewesen. Für die Nachfolgegesellschaft Gemini, sagt Heusel, seien für Alpla schließlich keine Produkte mehr zu produzieren gewesen.

Um den Standort zu retten, gibt Heusel zu Auskunft, habe man versucht, Artikel des Berliner Werkes nach Genthin zu transportieren. Erfolglos. Weil das Berliner Unternehmen, hier stehen 150 Mitarbeiter in Arbeit, im vergangenen Jahr etliche Aufträge verloren hat, nahm Alpla davon wieder Abstand.

14 Mitarbeiter haben ihren Job verloren und müssen sich beruflich neu orientieren. Sie werden alle eine Abfindung bekommen, versicherte Manfred Heusel. Drei ehemalige Mitarbeiter erhielten zwischenzeitlich Jobangebote innerhalb der Unternehmensgruppe. Ihre Entscheidung liegt allerdings noch nicht vor.

Drei weitere gekündigte Alpla-Mitarbeiter haben bereits wieder eine neue Arbeit gefunden. „Ich bedaure sehr, dass es zu den Kündigungen gekommen ist. Wir waren hier mit gut qualifizierten, sehr sehr zuverlässigen Mitarbeitern vor Ort“, sagte Heusel.