Altenplathow l Überraschender Besuch aus dem niedersächsischen Peine in Genthin und Altenplathow. Denn Willi Plote und Angela Lange begaben sich spontan auf die Spuren von Plotes Urahn Hermann von Plotho in Altenplathow. „Ich habe schon seit einiger Zeit recherchiert, habe mir ein Buch besorgt und mich mit historischen Burgherren beschäftigt und mich im Vorfeld informiert.“

Im Genthiner Rathaus konnte man den Gästen aus Niedersachsen mit weiteren Materialen zur Geschichte Altenplathows weiterhelfen und von dort wurde ein Kontakt zur Touristinformation hergestellt, wo Informationen zur Stadtgeschichte in Flyern und Prospekten erhältlich sind und auch für wenig Geld, Bücher zur Historie von Genthin und Altenplathow.

Besuch in der Altenplathower Kirche

Nach dem Besuch der Innenstadt, machte sich das Paar auf den Weg nach Altenplathow. „Zu Fuß, um ein wenig von der Stadt zu sehen“, sagt Willi Plote. Die Gäste hatten Glück, denn an der Kirche, die Teil der Straße der Romanik ist, gab es eine Kontakttelefonnummer von Claudia Borschinsky, die die Gäste in die Kirche einließ. „Ganz toll“, entfuhr es den Besuchern. Sofort sorgte die vor wenigen Jahren restaurierte Kirche für Begeisterung.

„Mich erinnert das an die Kirche in Rüper, dort gibt es im Innnenbereich ebenfalls Ornamente, die fast identisch sind, da es auch dort gemalte Blätter gibt.“ Auch dort hat man in den vergangenen Jahren bei der Restauration auf die ursprüngliche Anmutung Wert gelegt, ähnlich wie in der Altenplathower Kirche vor einigen Jahren. Natürlich besuchten die Peiner die Grabplatte des Urahnen, die in der Kirche zu sehen ist.

Seine Grablege, eine romanische Plastik, die beim Abriss der alten Kirche Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt wurde, findet bis heute unter Fachleuten große Beachtung. Der Figurengrabstein, der 1992 im Fußboden der Sakristei der neogotischen Kirche Altenplathow seinen Platz gefunden hat, wird heute als ein Meisterwerk der romanischen Plastik in eine Reihe mit der Grabplatte Rudolfs von Schwaben im Merseburger Dom, den Stuckgrabplatten der Quedlinburger Äbtissinen, den Stuckplastiken der Empore im Kloster Gröningen und den Chorschranken in Halberstadt gestellt.

Stadtgründer Genthins

Der Genthiner Holzschnitzer Claus Mielke schuf vor vier Jahren eine 1:1 Holzplastik der historischen Grablege, die jetzt natürlich auch auf das Interesse der Gäste stieß und natürlich ging ihnen beim Betrachten die bewegte Geschichte Hermanns durch den Kopf, der doch so viel war: Ritter, Kirchenpatron und Stadtgründer Genthins. Bekannt ist nur sein Sterbejahr, das auf 1171 datiert ist. Er soll wohl aus einem slawischen Fürstengeschlecht entstammen und war der erste seiner Familie, der zum Christentum übertrat.

Auf den ehemaligen slawischen Wasserburgen richteten die neuen Herrscher Burgen aus Stein ein, von denen aus ein sogenannter Burgbezirk überwacht wurde. Die Burg Plothe war eine solche Burg, die zum Verwaltungssitz ausgebaut wurde. Burgherr Hermann von Plothe diente von hier aus seinem Lehnsherren.

„Das wäre natürlich eine ganz besondere Sache, wenn es diese Burg noch gäbe“, findet Willi Plote nicht zu Unrecht. Aber leider gehört der einstige Sitz derer von Plothos heute zu den verschwundenen Burgen. 1171 (dem Gründungsjahr Genthins) sei sie laut „Handbuch der historischen Stätten Deutschlands“ erstmals erwähnt worden und im Jahr 1681 abgebrochen worden.

Name in Peine sehr verbreitet

Die Internetseite „AlleBurgen.de“ gibt als Adresse der früheren Burg die „Straße der Opfer des Faschismus 53“ in Genthin an. Ob Historiker mit dieser Ortsbeschreibung glücklich sind, sei dahingestellt. Aber auch diese Internetseite bringt die Namen Plothe, Plote und Altenplathow in eine Verbindung. Interessant sei, so Willi Plote, dass sein Nachname nicht nur in Amerika sehr verbreitet sei, dass sich also wohl einst viele Plotes auf den Weg in die neue Welt gemacht hätten, sondern auch in seiner niedersächsischen Heimat.

Der Name Plote sei im Kreis Peine äußerst geläufig. Es gebe in mehreren Orten Familien mit dem Namen Plote. „Das sind keine direkten Verwandten, sondern völlig andere Linien, aber ich denke ursprünglich kommt das alles hier aus der Gegend von Hermann von Plotho.

In Willi Plotes Familie gibt es auch in der nächsten Generation Interesse an der Geschichte des Namens. Denn seine Tochter habe sich die aus dem Wappen der von Plothos bekannte Lilie als Tattoo auf das Bein stechen lassen. Als echter Heimatforscher sieht sich der Peiner allerdings nicht. „Ich bin an meiner Familiengeschichte interessiert und beschäftige mich viel damit.“ Interessant sei für ihn wie sich der Name, wie sich die Familienlinien entwickelt hätten. „Vielleicht hat der ein oder andere in der Region Genthin noch weitere Informationen zur Ploteschen Familienchronik.