Genthin/Burg l Es ist eine wahre Strapaze, auf die sich OP-Pfleger Jens Wackerhagen eingelassen hat. Der Extremsportler läuft anlässlich des Deutschen Pflegetags die mehr als 300 Kilometer vom Veranstaltungsort Berlin zu seiner Arbeitsstelle im Henriettenstift in Hannover, um auf die dringend notwendige Verbesserung der Pflege aufmerksam zu machen.

Um Mitternacht in Karow

Wenn Wackerhagen in Hannover ankommt, liegen zwei Tage und Nächte mit unablässigem Laufen hinter ihm. Fast unbemerkt, kam er auf seiner Tour am Freitag gegen Mitternacht durch das Jerichower Land. Stockdunkel, stürmisch und regnerisch war es zu diesem Zeitpunkt.

„Aufgrund des Wetters macht es wirklich nicht ganz so viel Spaß“, resümierte der Läufer beim Gespräch in einer kurzen Pause, die er für eine Erfrischung und einen Snack nutzte. „Es schüttet wie aus Kübeln, der Wind kommt von vorn, es ist eine Herausforderung.“ Dabei ist der 40-Jährige durchaus hartgesotten, hat er doch bereits am Montane Spine Race in England teilgenommen. Ein Rennen mit mehr als 400 Kilometern Länge.

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Schmuddelweter macht das Laufen schwer

Kurz vor Karow hatte Wackerhagen bereits 13 Stunden Laufen hinter sich. Nicht ganz ein Drittel der Strecke. Am Donnerstagvormittag war er in Berlin gestartet, am Tag gut in Richtung Potsdam und später Brandenburg gekommen, doch die einbrechende Dunkelheit und ein beständiges Schmuddelwetter sorgten für Verzögerungen.

Mit der Aktion möchte der OP-Pfleger auf zwei Dinge aufmerksam machen: „Ich laufe, damit Kinder wieder laufen können und bin Pate für einen sogenannten Lukas-Fonds vom Diakovere-Stift.“ Dieser finanziert Operationen für Kinder, die in Krisen- und Kriegsgebieten verletzt wurden oder an angeborenen Missbildungen leiden.

Für die Pflege stark machen

„Das andere ist, dass ich mich für die Pflege stark machen und ein Zeichen setzen möchte, dass die Pflege neue Rahmenbedingungen und bessere Arbeitsbedingungen braucht.“ Der Krankenhausmitarbeiter ist seit Jahren ein Mahner, der an die Verantwortlichen in der Politik appellieren möchte. „Alle rufen nach professioneller Pflege, die soll dann auch entsprechend vergütet werden.“ Wackerhagen weiß, wovon er spricht, ist er doch seit 20 Jahren selbst in der Pflege tätig und hat viel erlebt.

Nach dem kurzen Zwischenstopp zwischen Zietz und Karow, ging es weiter auf die Strecke. Angeleuchtet wurde der Läufer nur von den Scheinwerfern des Kleinbusses seiner Begleiterin Antonia Eller, die hinter ihm herfuhr und den Sportler so absicherte. Es sei ansonsten auf der Straße einfach zu gefährlich.

Entlang des Fiener Bruchs

Nach Karow ging es weiter entlang des Fiener Bruchs, nach Dretzel und Tucheim in Richtung Burg und am Tag via Lostau nach Magdeburg. Dort traf der Dauerläufer. am Freitagnachmittag ein. „Er merkt inzwischen deutlich, wie sehr der Lauf an die Substanz geht“, berichtete Antonia Eller via Twitter. Aber es ging weiter. Helmstedt, Braunschweig, Lehrte und Hannover. Wind im Gesicht, den harten Asphalt unter den Füßen, nur Bewegung, kein Schlaf. Am späten Sonnabendnachmittag will Wackerhagen an seinem Arbeitsplatz eintreffen.

Ob es klappt, lässt sich auf facebook.com/schluetersche und twitter.com/schluetersche verfolgen. Wer mehr über das karitative Engagement von Jens Wackerhagen erfahren möchte, kann sich hier informieren: www.diakovere.de