Genthin l Wenig Bedarf gibt es derzeit für eine fachlich begleitete Kinder- und Jugendarbeit in den Genthiner Dörfern. Das vor zwei Jahren gestartete Projekt, wird nun eingestellt, da die Resonanz in den Ortschaften nicht vorhanden war. Im Einsatz waren pädagogische Fachkräfte der Stadt Genthin, die 14-tägig in den Ortschaften Mützel, Parchen, Dretzel, Paplitz und Schopsdorf zu festen Zeiten auf Tour gingen.

„Außer in Schopsdorf wurde das Angebot in den Ortschaften nicht angenommen“, teilte Alexandra Adel, Fachbereichsleiterin Bürgerservice in der Genthiner Stadtverwaltung, mit. Es hätten an manchen Tagen nur zwei Kinder das von einer ausgebildeten Erzieherin betreute Angebot besucht.

Wenig Resonanz

Die Stadt habe versucht, die Möglichkeit der mobilen Jugendarbeit aufrechtzuerhalten, und für die Angebote in den Ortschaften gezielt geworben. Dies habe allerdings auch nicht die erhoffte Resonanz gebracht. Eine weitere Umsetzung werde nicht erfolgen, heißt es aus der Stadtverwaltung. Zwei Dinge sprächen dagegen: Zum einen handele es sich bei dem Angebot um eine freiwillige Leistung der Stadt, die aufgrund der schwierigen finanziellen Haushaltssituation nicht fortgeführt werden könne. Zum anderen würden die für die mobile Jugendarbeit abgestellten Erzieherinnen in den Kita-Einrichtungen gebraucht, da sich dort die Kinderzahlen in fast allen Einrichtungen massiv erhöht hätten.

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Die Fachkräfte wurden für die Arbeit in den Ortschaften freigestellt. „Um den Personalschlüssel zu erfüllen, sind die Erzieherinnen, die für die offene Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt waren, in ihrem Stundenvolumen in den Einrichtungen tätig.“ Was in den Dörfern erst mit viel Interesse beim Start begleitet worden war, ebbte nach und nach ab. Allerdings gab es auch eine entscheidende Ausnahme.

Idee in Schopsdorf gut angenommen

In Schopsdorf wurde die Idee der offenen Kinder- und Jugendarbeit von Beginn an gut angenommen. Eine Reihe von Kindern nutzte das Angebot, das dort immer dienstags seine Türen in der Feuerwehr öffnet und auch künftig beibehalten werden solle, sobald es die Corona-Auflagen wieder zulassen. „Das Angebot der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Schopsdorf wird weiterhin von einer pädagogischen Fachkraft ausgeübt“, erklärt Alexandra Adel auf Volksstimme-Nachfrage. Die Leiterin des Jugendclubs Tucheim Marina Wöhling sei zu einem gewissen Zeitanteil für die Aufgabe eingesetzt.

„Der Bedarf in Schopsdorf ist vorhanden, und das Angebot wird von den Kindern sehr gern angenommen.“ Es habe sich ein Stamm von etwa zehn Kindern gebildet, die regelmäßig zusammenkommen. Dort wird dann kreativ gewerkelt oder gespielt. Die Kinder bringen dabei auch eigene Ideen und Wünsche ein, die regelmäßig umgesetzt werden. Die für die Jugendarbeit angeschafften Spielekoffer werden außer in Schopsdorf bei anderen Aktionstagen der Stadt Genthin etwa beim Kinderfest im Park oder bei Festen auf dem Marktplatz genutzt.

Jugendarbeit geht in Tucheim weiter

Auch an anderer Stelle gibt es eine beständige Jugendarbeit wie etwa in Gladau. Dort hat sich eine erfolgreiche Kinder- und Jugendarbeit herausgebildet, die von der Kinder- und Jugendfeuerwehr getragen wird, sodass diese Ortschaft auch vor zwei Jahren nicht in der Planung für die mobile Arbeit berücksichtigt wurde. In Tucheim wird es nach der Aufhebung der Corona-Auflagen wieder eine Jugendarbeit im Jugendclub mit festen Terminen geben. Derzeit ist der Club aufgrund der Pandemie-Situation geschlossen.

Geöffnet ist hingegen das Jugendhaus Thomas Morus, hier wird die offene Arbeit auch in Corona-Zeiten fortgeführt, wenn gleich es derzeit keine Veranstaltungen gibt. Auch in der Stadt- und Kreisbibliothek ruhen die Termine für Kinder.

Wichtige Begegnungsstätte

Allerdings schätzt die Stadtverwaltung diese Angebote äußerst hoch ein: „Die Bibliothek hat sich“, so die Stadtverwaltung, „zu einer Begegnungsstätte entwickelt, die sich aktiv für die Arbeit der Kinder einsetzt.“

Neben Bastelnachmittagen und Spielangeboten werde auf die Nutzung der neuen Medien ein Fokus gelegt. Sobald sich die Corona-Situation entspannt und es die Auflagen zulassen, soll auch hier zum üblichen Programm zurückgekehrt werden.

Wenig erfolgreich war hingegen auch die Wiederbelebung der Jugendarbeit im Kultur- und Freizeitverein Süd V. Obwohl dort immer wieder Kinder spezifische Angebote wie Kreativ- und Kochnachmittage gemacht worden, war die Resonanz sehr gering.