Genthin l Eigentlich wollte Augenärztin Dr. Martina Straube mit 63 Jahren in den Ruhestand gehen. Aber weil ihre Nachfolge in der Praxis - damals noch in der Karower Straße - nicht so leicht zu regeln war, machte sie, nachdem sie die Praxis verkauft hatte, noch als angestellte Ärztin weiter. „Ich wollte einfach meine Patienten weiter gut versorgt wissen“, sagte sie der Volksstimme.

So manchen von ihnen kennt sie, seitdem sie 1981 gleich nach dem Studium ihre Facharztausbildung in Genthin begonnen hat. Auch ihren Nachfolger hat sie in dieser Zeit eingearbeitet. Nur hat sich dieser danach beruflich anderweitig orientiert. Um so mehr freute sie sich, als sie jetzt dabei sein konnte bei der kleinen Einweihungsfeier der vollkommen neu eingerichteten Praxis in der Elbe-Havel-Passage. Die jetzt das Wirkungsfeld von Dr. Beatrix Turi und ihrem Team, den Arzthelferinnen Kathleen Paproth, Kathrin Krause und Anne-Katrin Elwert-Fleig, ist.

Eine halbe Million Euro investiert

Möglich ist die Weiterführung dieser Augenarztpraxis auch deshalb geworden, weil hier das - moderne - Geschäftsmodell eines Medizinischen Versogungszentrums (MVZ) dahinter steht. Das MVZ Dreiländereck hat auch, so Geschäftsführer Uwe Schrader, die Neueinrichtung der Praxis übernommen, insgesamt eine halbe Million Euro hineingesteckt, insbesondere in moderne Medizintechnik. So hat Dr. Beatrix Turi mit ihrem Team optimale Startbedingungen in Genthin als Augenärztin. Für Landrat Steffen Burchhardt, der, wie er zur Neueröffnung am Dienstag sagte, nicht mehr daran glaube, dass sich in Genthin noch einmal eine Krankenhausversorgung etablieren lassen würde, ist die nun geglückte Staffelstabübergabe von Dr. Martina Straube auf Dr. Beatrix Turi ein freudiges Ereignis.

Im ländlichen Raum sei es nun einmal sehr viel schwieriger als in Großstädten, junge Fachärzte als Nachfolger zu gewinnen. Noch sei Genthin mit Fachärzten vergleichsweise gut versorgt. Zum Problem werde es aber, wenn demnächst viele im Kreis ansässige Fachärzte, die alle im gleichen Alter sind, in den Ruhestand gehen. Da kann es sehr zum Vorteil sein, wenn potentielle, junge Nachfolger starke Partner wie zum Beispiel ein MVZ, an ihrer Seite wissen und sie, ohne sich gleich durch den Kauf einer Praxis hoch verschulden zu müssen, gute Startbedingungen vorfinden.

Den Patienten dürfte es so auch nicht schwer fallen, sich lediglich an ein neues Gesicht zu gewöhnen. Das sagt sich auch Dr. Martina Straube. Die nun nach über 40 Jahren Praxistätigkeit wirklich ihren wohlverdienten Ruhestand genießen kann.

Mit über 25 Standorten deckt das MVZ Dreiländer-Eck einen großen Anteil wichtiger medizinischer Grundversorgungen in den Fachrichtungen Allgemeinmedizin, Dermatologie, Innere Medizin, Gastroenterologie, Gynäkologie und Augenheilkunde ab.