Gladau l Die Gladauer machen ihrem Unmut deutlich Luft. Im Ort hat sich eine Inititative von Anwohnern und Betroffenen gegründet, die den Erhalt und die Modernisierung der Kindertagesstätte „Storchennest“ fordert und sich gegen die Erweiterung der Schweinezuchtanlage in Gladau wendet.

„Angesichts der vorangegangenen Ergebnisse von Ortschaftsratssitzungen, wo die Interessen unserer Einwohner vom Ortschaftsrat wiederholt vertreten und unmissverständlich dargelegt worden sind, der Stadtrat diese Beschlüsse dennoch ignorierte und sich dagegen entschied, wird zunehmend Unmut und Protest von der Bevölkerung geäußert“, erläutert Ortsbürgermeister Klaus Voth (CDU) im Namen der Initiative.

Bürgerinitative sammelt Unterschriften

Deren Mitglieder hätten in den vergangenen Tagen Unterschriften gesammelt. Zusammengekommen sind 34 Listen mit 427 Unterzeichnen (340 aus dem Ort und 87 weitere) für den Erhalt der Kita Gladau sowie 29 Listen mit 370 Unterzeichnern (292 aus dem Ort und weitere 78) gegen die Erweiterung der Schweinezuchtanlage übergeben. Voth hält dies für ein deutliches Signal des Bürgerwillens in Gladau. „Wir haben die rund 500 Wahlberechtigten der vergangenen Kommunalwahl angesprochen, Kinder und Jugendliche sind hier nicht eingerechnet.“

Hintergrund der Unterschriftensammlung ist, dass heute im Stadtrat über die Erweiterung der Schweinezuchtanlage Gladau befunden wird. „Wir sind nicht gegen die Schweinezuchtanlage, sondern gegen den Ausbau“, macht Voth unmissverständlich klar.

Angst vor Lärm- und Umweltbelastung

Befürchtet wird von den Anwohnern eine höhere Lärm- und Umweltbelastung durch stärkeren Transportverkehr sowie eine höhere Schadstoffbelastung durch den Betrieb der Anlage. Etwa werden höhere Nitrat und Stickstoffwerte im Boden erwartet.

Auch im Bauausschuss wurde zu Beginn der Woche diese Diskussion geführt. Lutz Nitz (Die Grünen) wendete sich ähnlich wie die Gladauer gegen die Erweiterung, während Jörn Göbert für die Erweiterung warb, die seiner Meinung nach nicht über Plänen der Vorgängerfirma liege. Zudem erfülle man höhere Auflagen zum Tierwohl und belaste die Umwelt durch neue technische Umrüstungen weniger als es in der Vergangenheit der Fall war.

Doch keine Sanierung der Kita

Der Bauausschuss votierte mit Mehrheit für die Erweiterung. Ein weiteres Problem der Gladauer ist die mögliche Schließung der Kita „Storchennest“. Hatte der Ortschaftsrat noch Mittel für die Sanierung der Kita angemeldet und war der Annahme, dass zumindest ein Teil bewilligt werde, wurde den Räten Anfang November seitens der Verwaltung mitgeteilt, dass es keine Sanierung mehr geben solle.

Begründet wurde dies mit dem geplanten Neubau der Kita in Tucheim, die einen höheren Einzugsbereich erhalten solle, da laut Bevölkerungsprognose perspektivisch mit einem Bevölkerungsrückgang in Gladau zu rechnen sei.

Ortschaft ohne Kita weniger attraktiv

Dadurch könne eine Kita in dem Ort, nur wenige Kilometer vom Neubau in Tucheim entfernt nicht mehr aufrechterhalten werden. „Eine Ortschaft ohne Kindertageseinrichtung verliert weiter an Attraktivität“, sagt hingegen Klaus Voth. Zumal sich junge Familien angesiedelt hätten. „Auch aufgrund des Vorhandenseins einer solchen Einrichtung.“

Die Unterschriften werden heute Abend im Stadtrat übergeben. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Genthiner Rathaus.