Schopsdorf l Zahlreiche Schopsdorfer haben in der Sitzung des Ortschaftsrates am Montagabend ihren Frust abgelassen. Grund waren zum einen die „Abhängung“ der Ortschaft im Busverkehr von Burg und zum anderen die Schülerbeförderung.

Direkte Verbindung fehlt

Mit dem neuen Fahrplan, so die einheitliche Auffassung der Bürger, gibt es keine direkte Busverbindung mehr nach Burg. Es gibt aber viele, vor allem Rentner, die regelmäßig nach Burg müssen, zum Beispiel ins Krankenhaus. „Wir fühlen uns hier abgehängt“, war die einheitliche Meinung. Dazu komme, dass angeforderte Rufbusse auch schon mal nicht kommen. Und wenn der Rufbus kommt, heißt es für den oder die Fahrgäste, in Hohenseeden in den dortigen Linienbus umzusteigen, um nach Burg zu gelangen.

Mehr als zwei Stunden im Bus

Aufgebracht zeigten sich die Bürger auch über die Beförderung der Kinder zu ihren Schulen. „Für uns ist hier der Einzugsbereich nach Burg das Problem, obwohl wir als Schopsdorfer zur Stadt Genthin gehören“, machte Sven Mehlhase deutlich. Der Transport der Schüler sei so ausgelegt, dass sie noch immer zu den Schulen nach Möckern (Sekundarschule) und Burg (Gymnasium) müssten. Dabei gibt es beide Schulformen auch in Genthin und das mit einem viel kürzeren Weg. Mit dem neuen Fahrplan seien die Kinder nun mehr als mehr als zwei Stunden pro Tag im Bus unterwegs. Um 6 Uhr müssten sie früh bereits an der Bushaltestelle stehen. Die Fahrzeiten seien zu lang, so der Tenor.

Die Folge sei, dass die Eltern überlegen, ihre Kinder in die Schule über die Landesgrenze hinweg nach Ziesar zu schicken. „Überall wird gefordert, den ländlichen Raum zu fördern, und dann passiert so etwas“, so Karin Michelmann.

Vom Rufbus in den Linienbus

Eine Mutter berichtete, dass ihr Sohn – er muss nach Burg – schon mal zu spät zur Schule kommt. Grund: Der Rufbus, der täglich benötigt wird, weil es die Verbindung Schopsdorf-Magdeburgerforth im neuen Fahrplan nicht mehr gibt. Der Rufbus fahre bis Magdeburgerforth. Dort muss der Junge in den Linienbus nach Burg umsteigen. Ist der Rufbus aber nicht pünktlich, ist der Anschlussbus weg und er muss auf den nächsten Bus warten.

Probleme gebe es auch bei der Rückfahrt. Wenn der Junge um 14 Uhr Schulschluss hat, fährt sein Bus nur bis Magdeburgerforth. Dort muss er eine halbe Stunde warten, bis er weiterfahren kann. „Es ist schon vorgekommen, dass er dann nach Hause gelaufen ist. Das kann es nicht sein“, so die empörte Mutter. Für die Eltern stellt sich auch die Frage, wer die Kinder an den Umsteige-Orten beim Warten auf den nächsten Bus betreue.

Aussprache ist gewünscht

Ortschaftsrat und Eltern fordern nun, dass der Landkreis und die Nahverkehrsgesellschaft Jerichower Land (NJL) auf die Unzulänglichkeiten reagieren. Es könne nicht sein, dass die Bürger am Telefon wiederholt von der NJL „abgewimmelt“ werden, wenn sie auf die Umstände hinweisen und eine Änderung wünschen. Mehrere Eltern bestätigten das. Gewünscht ist eine Aussprache in Schopsdorf mit dem Landrat und einem oder mehreren Vertretern der NJL.

Schriftlich hat der Landkreis schon am Mittwoch auf eine Nachfrage der Volksstimme reagiert. Darin bestätigte Pressesprecherin Claudia Hopf-Koßmann, dass eine Busverbindung von Schopsdorf nach Burg nur mit einem Umsteigen in Magdeburgerforth oder Hohenseeden besteht. Hopf-Koßmann betonte allerdings, dass der NJL bislang keine Beschwerden von Fahrgästen zu den Veränderungen der Pläne vorlägen. „Gemeldete Änderungswünsche, zum Beispiel zu Anschlussanpassungen werden geprüft und gegebenenfalls angepasst. Leider ist es nicht immer möglich, allen Wünschen gerecht zu werden“, so Hopf-Koßmann weiter.

Hinweis sei nicht nachvollziehbar

Nicht nachvollziehen können Kreis und NJL den Hinweis einer Mutter, dass ihr Sohn auf den Rufbus angewiesen sei, weil die Verbindung Schopsdorf-Magdeburgerforth nicht mehr bestehe. „Die Busverbindung ist auf der Linie 740, wie aus dem geltenden Fahrplan entnommen werden kann, vorhanden“, so Kreissprecherin Hopf-Koßmann in ihrer Antwort.

Auch den Vorwurf von Schopsdorfer Eltern, die Kinder seien zu den Schulen in Genthin unnötig lange unterwegs, wies der Kreis am Mittwoch zurück. „Die festgelegten maximalen Schulwegzeiten von 150 Minuten für die Hin- und Rückfahrt werden nicht überschritten“, versicherte die Kreissprecherin. Die relativ langen Fahrtzeiten der Schüler aus Schopsdorf nach Genthin ergäben sich aus dem reinen Fahrtweg und dem teilweise zusätzlich notwendigen Ansteuern von Ortschaften, die nicht direkt auf der Strecke der Linie 740 lägen – unter anderem müssten Gladau und Dretzel mit bedient werden, so Hopf-Koßmann weiter.