Besuch

Dattelner Bootsleute machen im Genthiner Hafen fest

Besucher aus Genthins Partnerstadt sind auf der Reise über Potsdam und Berlin an die Müritz

Von Mike Fleske 18.07.2021, 20:00 • Aktualisiert: 19.07.2021, 12:35
Peter Schwab (links) war mit seinem Boot "Bulls eye" im Genthiner Hafen zu Gast.  Stadtrat Horst Leiste schaute auf dem Boot vorbei
Peter Schwab (links) war mit seinem Boot "Bulls eye" im Genthiner Hafen zu Gast. Stadtrat Horst Leiste schaute auf dem Boot vorbei Foto: Mike Fleske

Genthin - Besuch aus Genthins Partnerstadt Datteln: Skipper Peter Schwab machte nebst Ehefrau und Hund im Sportboothafen fest und wurde von Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) und Stadtrat Horst Leiste (SPD) begrüßt. „Wenn man derzeit aus Nordrhein-Westfalen anreist, stellt sich die Frage nach dem Hochwasser, Datteln ist davon verschont geblieben“, erzählte der Gast. Allerdings seien unter anderem Dattelner Feuerwehrleute zur Unterstützung in Recklinghausen im Einsatz.

Für Schwab ist Genthin nicht unbekannt: „Ich war von 1989 bis 2004 in der Kommunalpolitik aktiv und gehörte nach der Wende zu einer Delegation der CDU-Ratsfraktion, die sich Gedanken über eine Städtepartnerschaft mit einer Stadt in den neuen Bundesländern machte.“ Schönebeck oder Genthin, lautete die Frage damals. Diese Verbindungen waren damals initiiert worden, da die westdeutschen Kommunen, die ostdeutschen Verwaltungen beim Aufbau der neuen Strukturen als Ansprechpartner dienen sollten.

Erinnerungen an frühe Besuche in den Partnerstädten

Bei einem Besuch in Genthin übernachtete man damals in Tucheim. „Ich habe am Morgen die Fenster geöffnet, um gute sachsen-anhaltinische Luft hereinzulassen, aber an diesem kühlen Wintertag warfen die Leute ihre Braunkohle-Öfen an und der Dunst kam herein“, erinnert sich der Dattelner an seinen ersten Aufenthalt in der Region.

Genthin wurde trotzdem Partnerstadt und Schwab kehrte zurück: in den 1990er Jahren mit einem Gastspiel eines Dattelner Spielmannszuges. Für ihn geriet die Städtepartnerschaft später etwas aus dem Blickfeld. Und auch in Genthin gab es zwischenzeitlich nicht mehr so viel Interesse. Aber mit dem Antritt Matthias Günthers als Bürgermeister entstand neuer Schwung. Wechselseitige Besuche folgten. Eine nächster Genthiner Stadtratsdelegation ist für September geplant und sicherlich werden Dattelner Vertreter auch bei Festivitäten der 850-Jahr-Feier zu Besuch sein.

Stadtrat Horst Leiste, der sich immer für die Verbindung eingesetzt hat, erinnerte sich an seinen ersten besuch in Datteln, bei dem er mit dem Zug anreiste. „Da hat mir jemand geraten bis Castrop-Rauxel zu fahren und dann mit dem Bus weiter nach Datteln“, erzählte er. Grund sei, dass Datteln bis heute keinen eigenen Bahnhof habe.

Besucher reisen weiter bis nach Potsdam und Berlin

Auch der Genthiner Bürgermeister und sein Dattelner Kollege Andrè Dora stehen in Kontakt. So ist es ein leichtes, dass sich Besucher aus der Partnerstadt im Rathaus melden. „Ich wollte auch nicht nach Genthin kommen, ohne kurz Hallo zu sagen“, erläuterte Schwab. Mit seinem Stahlboot geht es in dieser Woche über Potsdam und Berlin an die Müritz und später über die Elde und Elbe nach Hamburg und dann in Niedersachsen über den Mittellandkanal in Richtung Heimat. Die wird das Ehepaar Schwab dann im September wieder anlaufen. „Ich bin seit diesem Jahr im Ruhestand, da lassen sich solche langen Touren machen.“

Ein Lob hatten die Eheleute für den Genthiner Hafen: „In Datteln haben wir zwar den größten Kanalknotenpunkt, aber so ein Sportboothafen fehlt.“ Die Genthiner mögen nicht schimpfen, dass ihr Hafen zu klein sei. „Wenn wir einen solchen Flecken bekommen können, wir würden ihn sofort nehmen.“

Peter Schwab (Mitte) war am Wochenende mit seinem Sportboot in Genthin zu Gast und wurde von Bürgermeister Matthias Günther (links) und Stadtrat Horst Leiste begrüßt.
Peter Schwab (Mitte) war am Wochenende mit seinem Sportboot in Genthin zu Gast und wurde von Bürgermeister Matthias Günther (links) und Stadtrat Horst Leiste begrüßt.
Foto: Mike Fleske