Stadtsport

Ein Trainer für Generationen von Genthiner Nachwuchssportlern

Siegfried Eschke verabschiedet sich als Übungsleiter der jüngsten Leichtathletik-Gruppe des SV Chemie Genthin . Mehrere Jahrzehnte war er in verschiedenen Bereichen im Einsatz.

Von Simone Pötschke
SV-Chemie-Chef Fritz Mund ehrt Siegfried Eschke. 
SV-Chemie-Chef Fritz Mund ehrt Siegfried Eschke.  Foto: Simone Pötschke

Genthin - Wie viele Ehrungen und Auszeichnungen Genthins Trainer-Legende Siegfried Eschke entgegengenommen hat, weiß er vermutlich selbst nicht ganz so genau.

Der Leichtathletik-Verband Sachsen-Anhalt würdigte sein Engagement für den Sport mit der Ehrenplakette des Verbands - eine Würdigung, die nicht alle Tage vorgenommen wird. Der SV Chemie nahm vor zwei Jahren sein langjähriges Vereinsmitglied in die Reihe seiner Ehrenmitglieder auf.

Mit fast 80 Jahren folgt der Rückzug

Jetzt ist die Zeit für den fast 80-jährigen Eschke gekommen, auch seinen jüngsten Schützlingen, der Leichtathletik-Vorschulgruppe des SV Chemie, als Übungsleiter Adieu zu sagen. Die hatte er selbst vor einigen Jahren aufgebaut. Seine Nachfolge werden Margit Gröpler und Eschkes Tochter Ulrike Rasch antreten. Der Wechsel erfolgte ohne viel Aufhebens, so, wie es Siegfried Eschke wohl am liebsten ist.

Von Fritz Mund, Vereinschef des SV Chemie, gab es für Siegfried Eschke in Anwesenheit seiner Schützlinge auf dem Sportplatz der Grundschule Uhland Blumen zum Abschied. Ein Abschiedsbild mit seiner Gruppe ist gerade noch drin, Hauptsache das Training läuft ohne Unterbrechungen. Keine Spur von großen Worten oder gar Wehmut. Das passt zu Siegfried Eschke.

In der Wahlheimat zu fester Größe geworden

Siegfried Eschke, der 1968 als Kreissportlehrer nach Genthin kam, ist in seiner Wahlheimat längst zu einer Größe des Sports geworden. „Ich habe großen Respekt davor, dass er sich nach seiner schwerer Erkrankung 2014 nicht unterkriegen ließ und sich trotz körperlicher Einschränkungen weiter im Verein engagiert“, sagt Fritz Mund.

Beharrlich kämpfte sich Eschke zurück in den Übungsleiter-Job und damit zurück in sein Ehrenamt. Möglich wurde dies Dank der Unterstützung seiner Ehefrau Gerda, die ihm seit seiner Erkrankung hilft, seine Mobilität zu erhalten. Sie ist die starke Frau, die schon seit vielen Jahren hinter den vielen Erfolgen Siegfried Eschkes als Trainer steht.

Viele Wochenenden auf Sportfesten zugebracht

„Ich haben die vielen Wochenenden nicht gezählt, die wir in den vergangenen Jahrzehnten gemeinsam zu Sportfesten, Vergleichen oder zum Training unterwegs waren“, sagte sie, als ihr Ehemann den Blumenstrauß in Empfang nimmt.

Zunächst war Eschke Handballtrainer und übernahm in den 1980er Jahren, seinerzeit war er beruflich im Waschmittelwerk tätig, die Leitung der Sektion Leichtathletik, die er bis heute inne hat. Generationen von Genthiner Leichtathleten und Leichtathletinnen trainierte er und führte sie gemeinsam mit anderen Trainern zu landesweiten Erfolgen.

Abteilung Leichtathletik bekommt Trainingszentrum

Unter seiner Leitung wurde die Abteilung Leichtathletik des SV Chemie Trainingszentrum und später auch Landesleistungsstützpunkt. Kinder und Jugendliche holten etliche Landes- und Bezirksmeistertitel sowie Mitteldeutsche Meistertitel in verschiedenen Disziplinen nach Genthin.

Für Fritz Mund sind diese Erfolge, die unter der Ägide Eschkes erzielt wurden, alles andere als ein Zufallsprodukt. Für Vereinschef Mund bleibt Eschke als Trainer ein Akribiker im besten Sinne. „Alles, was Siegfried Eschke als Trainer macht, ist stets sehr gut durchdacht und fachlich untersetzt“, lässt Fritz Mund keinerlei Zweifel an der Kompetenz des Sektionsleiters aufkommen.