Parchen l Einen nicht alltäglichen Ferientag erlebten zehn Kinder des Hortes der Diesterwegschule. Mit ihren Erziehern waren sie zu Gast im landwirtschaftlichen Betrieb von Öko-Bauer Ernst-Adolf Kampe in Parchen.

Feld bereits gemäht

Beim Start in der Leinölmühle bei Tee und Gebäck saß die Gruppe gemütlich zusammen. Kampe erläuterte, was es mit der Leinpflanze auf sich habe und was eine Leinölmühle sei. „Wer möchte später mal in der Landwirtschaft arbeiten?“, fragte Kampe in die Runde und erhielt auf seine Frage keine zustimmende Antwort.

Doch zu diesem Zeitpunkt waren die Kinder auch noch nicht auf dem angrenzenden Feld gewesen, dort stand ein großer Mähdrescher, der bis vor kurzem im Ernteeinsatz war. „Das Feld ist bereits gemäht, in diesem Jahr ist alles ein wenig früher“, erklärte Kampe. Die Kinder durften in Zweierteams die Kabine besteigen und sich, fast als wollten sie losfahren ,ans Steuer setzen.

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Begeisterte Kinder

„Ganz schön hoch“, befanden Matti und Collin und fanden es aber dennoch „echt cool“, mal von oben auf die Landschaft zu schauen. Richtig begeistert waren die Jungs allerdings, als Kampe mit ihnen ein paar Runden im Mähdrescher über das Feld drehte.

Am Feldrand waren die anderen aus der Hortgruppe im Einsatz. Sie sammelten Getreidehalme, die im Parchener Erntekrone Verwendung finden solle. Die Halme werden zu kleinen Bünden verdreht und an einem gestell befestigt. „Mehrere hundert bünde werden am Ende verabeitet“, berichtete Erziherin Kerstin Möbes. Kein Wunder also, dass die Kinder fleißig sammeln mussten.

Halme für Erntekrone

Die Krone aus den Naturhalmen wird übrigens beim Landeserntefest in Magdeburg präsentiert und wenn sie besonders gut gelungen ist, vielleicht auch prämiert. Für gewöhnlich werden Weizen, Gerste, Roggen und Hafer in die krone gebunden. Ob dies in diesem jahr auch klappt, wird sich zeigen.

„Natürlich macht sich das Wetter deutlich bemerkbar“, sagt landwirt Kampe. Die Halme seien auch auf seinem Feld kleiner, die Erneausbeute geringer. Damit liegt der parchener im Trend. In diesem Jahr wird in nicht wenigen Regionen bis zu drei Wochen früher als üblich geerntet. Mit Einbußen von bis zu 30 Prozent rechnet der Kreisbauernverband.

Dennoch waren die jungen Besucher am Ende recht angetan vom Tag auf dem Feld. Als Ernst-Adolf Kampe beim gemeinsamen Kartoffelpufferessen noch einmal nach der Tätigkeit in der Landwirtschaft fragte, meinten einige: „Vielleicht ist das gar nicht so schlecht und macht sogar Spaß.“