Genthin l Dicker schwarzer Qualm drang am Mittwoch gegen 9 Uhr aus der Einsteinstraße 22, einem Mehrgeschosser. Der Qualm, der sich durch alle Etagen des Hauses zog, wurde durch einen Kellerbrand verursacht. Die Feuerwehr machte als Brandherd zwei mit Unrat gefüllte Boxen aus. Offen stehende Türen zum Treppenhaus machten es möglich, dass sich der Qualm ungehindert ausbreiten konnte.

Bei Eintreffen der Feuerwehr harrte eine zunächst noch unbekannte Zahl an Bewohnern an den geöffneten Fenstern auf ihre Rettung. Letztlich befreite die Feuerwehr fünf Menschen aus der zweiten und dritten Etage, darunter auch ein weinendes Kleinkind, über eine tragbare Schiebeleiter aus der Notsituation.

Bei allen fünf Personen bestand der Verdacht einer Rauchgasvergiftung. Vier Betroffene wurden durch den Rettungsdienst zur weiteren medizinischen Behandlung in das Burger Krankenhaus gebracht. Eine fünfte Person lehnte die Einweisung in das Krankenhaus ab. Zwei Mieter, Mutter und Tochter, die im Erdgeschoss wohnen, konnten sich selbstständig ins Freie begeben.

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Polizei geht von Brandstiftung aus

Die Polizei geht als Brandursache von Brandstiftung aus. Sie schließt einen technischen Defekt an den elektrischen Anlagen aus. Die Anlage sei erst neu verlegt worden und befinde sich in einem neuen, einwandfreien Zustand, teilte Kriminalhauptkommissar Christian Sewina vom Polizeirevier Burg auf Anfrage der Volksstimme mit. Die Polizei hat inzwischen die Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung aufgenommen.

„Für uns ist die Einsteinstraße 22 leider keine unbekannte Alarmadresse“, sagte Stadtwehrleiter Achim Schmechtig, nachdem die Feuerwehrleute nach ihrem gut dreistündigen Einsatz wieder in die Feuerwache eingerückt waren. Traurige Bekanntheit erlangte dieser Aufgang im Jahr 2004, als eine von der Feuerwehr zunächst geretteten Frau in Folge eines Küchenbrandes ihren Verletzungen erlag.

Über dieses tragisches Ereignis hinaus spricht Achim Schmechtig auch von dem Einsatz am Mittwoch von einem „Klassiker“ im Einsatzgeschehen der Feuerwehr. Kellerbrände in dem Wohngebiet Einsteinstraße/ Lorenzstraße/ Uhlandstraße gehören seit Jahren zu den Spitzenreitern in der Einsatzstatistik der Genthiner Feuerwehr.

Bis zu 15 Einsätze hat es hier in einem Jahr schon gegeben. In den meisten Fällen konnte die Feuerwehr den Brand eindämmen, so dass Menschen bisher nicht zu Schaden kamen. Brandstifter konnten nicht ermittelt werden. In die Einsteinstraße 22 wurde die Feuerwehr schon einmal in diesem Jahr, in den Abendstunden des 31. Januars, gerufen.

Jerichwo nachalarmiert

Beim letzten Einsatz am Mittwoch waren 23 Feuerwehrleute aus fünf Ortsfeuerwehren, aus Genthin, Altenplathow, Mützel, Parchen und Jerichow im Einsatz. Die Feuerwehr Jerichow musste nachalarmiert werden, weil die Drehleiter der Genthiner Feuerwehr am Mittwoch wegen einer Reparatur kurzfristig nicht verfügbar war. Die Drehleiter aus Jerichow kam allerdings nicht mehr zum Einsatz.