Jerichow l Sachsen-Anhalt stehen in der Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro über den Fonds für regionale Entwicklung zur Verfügung. Dazu kommen 612 Millionen Euro über den Europäischen Sozialfonds und 859 Millionen Euro über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Auf diese Fonds setzt auch die Leitung des Kloster Jerichows und damit im Verbund die Stadt Jerichow. Denn auch in der Förderperiode bis 2014 wurde im und am Kloster einiges geschafft, wovon sich ein entsprechender Begleitausschuss nun persönlich überzeugte.

In Parkplatz investiert

Dieser Ausschuss ist ein zentrales Organ für die Umsetzung der Europäischen Struktur- und Investitionsfonds im Land Sachsen-Anhalt. Im Interesse einer effizienten partnerschaftlichen Begleitung der Umsetzung der entwickelten Gesamtstrategie des Landes im Rahmen der drei Fonds wurde für die Förderperiode von 2014 bis 2020 eben dieser Begleitausschuss eingerichtet.

Mitglieder sind Wirtschafts-, Wissenschafts, Sozial-, Regional, Kommunal- und Umweltpartnerinnen und -partner sowie Vertreter der Europäischen Kommission und der zuständigen Landes- und Bundesbehörden. Im Rahmen seiner Tagung unternahmen die Mitglieder einen Abstecher in den ältesten Backsteinbau in Norddeutschland. Die an die Mitglieder ausgereichten Papiere unterstreichen die Bedeutung des Besuchs, zu dem Thorsten Kroll und Andrea Storm vom Finanzministerium eingeladen hatten.

In den Jahren 2009 bis 2014 wurden 2 453 742,93 Euro für die touristische Erschließung der Klosteranlage, das Informations- und empfangszentrum für Touristen sowie die Zufahrtsstraße als auch in den Parkplatz investiert. Aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung wurden rund 1,6 Millionen Euro beigesteuert.

Auch Hintergrundinformationen zum Kloster bekamen die Ausschussmitglieder: Das Kloster wurde gegen 1200 errichtet, ist Teil der Straße der Romanik. Auf dem Gelände befindet sich eine Stiftskirche, Räume der Klausur mit den Refektorien, der Kapitelsaal und der Kreuzgang um den Innenhof.

Zuschuss von der EU

Kloster-Geschäftsführer Bernd Witt sowie der Jerichower Bürgermeister Harald Bothe präsentierten anstehende Projekte. Dazu gehört der anstehende Umbau des Backsteinmuseums. Die Maßnahme sei notwendig, um mehr Raum für Projekttage zu bieten, an denen Kinder und Jugendliche folgende praktische Arbeiten durchführen können: Das Herstellen von Backsteinen, die Verwertung und das Verarbeiten von Kräutern, das Herstellen alter Stoffe, Kleider sowie alter Schriften. Ziel sei es außerdem, Projekttage besser organisieren zu können. Durch den Umbau könnten mehrere Gruppen dort gleichzeitig arbeiten. „Die Zahl der Besucher und Angebote kann so erhöht werden“, stellte Witt fest. Sobald die Zuwendung erteilt sei, soll das Projekt 2019 umgesetzt werden Die Gesamtkosten dafür betragen 82.000 Euro. 73.800 Euro kämen dann als Zuschuss von der Europäischen Union.

Eine weitere Maßnahme, die derzeit sichtbar im Kloster greift, ist das Kooperationsprojekt „Natur im Garten“. Weitere präsentierte Projekte waren die Instandsetzung der Klostermauer sowie die Dachsanierung für die Oldtimerfreunde.

Mit im Boot war auch Heike Winkelmann von der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt, die sich in der Region vieler Förderprojekte annimmt und Interessenten an Fördermittel berät. Auch sie begrüßte es, dass sich der Begleitausschuss die Zeit für das Kloster genommen hatte.