Genthin l Mit einem lautstarken Trommelsolo der Kinder des Uhland-Hortes begann das Frühlingsfest der Horte. Wer jetzt noch nicht auf dem Platz war, wusste, dass der aktionsreiche Nachmittag begonnen hatte. Gemeinsam stellten die DRK-Einrichtungen der Uhland-, Stadtmitte- und Diesterweg-Grundschule eine große Veranstaltung auf die Beine, bei der rund 300 Gäste anwesend waren.

Tanzgruppe in Säcken

Ein erster Höhepunkt war der Auftritt der Tanzgruppe des Uhland-Hortes auf dem Sportplatz Stadtmitte. Sie war in blaue und rote Ganzkörpertanzsäcke gehüllt und präsentierte dadurch eine eigenwillige Performance zum Lied „Ich tanz überall“ der Handpuppenband „Giraffenaffen Gang“. Die Darbietung war auch aus anderen Gründen etwas Besonderes. „Die Kinder haben in den vergangenen Wochen für den Auftritt geprobt und den Tanz extra für den heutigen Tag einstudiert“, berichtete Stadtmitte-Hortleiterin Carola Pfeil. Sie wurde von ihren Kolleginnen Gabi Jerkowski (Hort Uhland) und Petra Böttge (Diesterweg) unterstützt.

Auch in diesem Jahr gab es nicht nur ein Programm der Hortkinder, sondern auch zehn Stationen, an denen die Besucher sich selbst in sportlichen Übungen oder bei einem Geschicklichkeitstest versuchen konnten.

Bilder

Gegner schubsen

Zum ersten Mal konnten sich die jungen Besucher mit künstlichen Baumstämmen verdreschen. Diese waren aus Schaumstoff und so waren die Schläge ungefährlich und taten nicht weh. Ziel war es, den jeweiligen Gegner aus einer bestimmten Fläche herauszuschubsen.

„Das ist gar nicht so einfach, weil man so schnell aus dem Feld ist“, berichtete der zehnjährige Jan, der kräftig von seinen Klassenkameraden angefeuert wurde. Neu war auch eine Geschicklichkeitsaktion, bei der mehrere Spieler Seilenden an der Hand hatten, an deren Mitte ein Holzquader befestigt war, der an einen bestimmten Punkt bugsiert werden musste. „Wenn jeder in eine andere Richtung zieht, geht das gar nicht gut“, berichtete Alexander aus dem Uhland-Hort.

Tauziehen ganz anders

Letztlich schaffte es seine Gruppe doch und bekam am Ende einen kleinen Preis. Wer noch überschüssige Kraft hatte, durfte sich bei Katharina Gehrmann vom Hort Stadtmitte am Tauziehen mit einem Gummiball versuchen. „Zieht mal richtig, der ist stabil“, feuerte sie die Kinder an. Wer am Ende seinen Gegner auf die andere Seite ziehen konnte, hatte gewonnen.“

Neben Malstationen und einer kulinarischen Verpflegung gab es auch eine Wissenstation. Kinder des Uhland-Hortes schminkten den Besuchern zuerst Fingerverletzungen, um dann das richtige Anlegen von Fingerkuppenverbänden zu demonstrieren. „Wir üben im Hort regelmäßig kleine Verletzungen zu versorgen“, berichtete Emma aus dem Hort Uhland. Neben solchen spielerischen Angeboten haben die Horte auch Aktivitäten im Freien wie Fußball oder Bogenschießen im Programm. Daneben gibt es Schach-, Musik-, Tanz- und Werkkurse. Einen besonderen Schwerpunkt gab es im DRK-Hort im vergangenen Jahr beim Thema „Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen“.

Horte sind Bildungseinrichtungen

Die Kinder beschäftigten sich eingehend mit dem Thema, haben die auf zehn Punkte zusammengefasste Konvention These für These durchgearbeitet und mit eigenen Gedanken sowie Formulierungen versehen. Aus dieser Beschäftigung ist ein kleines Themenheft entstanden, das allen DRK-Einrichtungen im Jerichower Land zur Verfügung gestellt wurde.

„Hort bedeutet heute nicht nur Zeitvertreib, sondern auch Bildung und wir haben mit diesem Projekt gezeigt, auf welch hohem Niveau sich die Kinder mit diesen, zum Teil schwierigen und abstrakten Themen auseinandersetzen“ so Hortleiterin Gaby Jerkowski. Genauso gehören aber auch Sport- und Freizeitangebote wie das Frühlingsfest zur Angebotspalette der modernen Hortarbeit.