Genthin l Eifrig wurde in den vergangenen Wochen im Garten von Familie Kostka/Granitzki gewerkelt. Mitarbeiter einer Fachfirma legten feste Wege an. „Der kleine Rundkurs ist die allerneueste Errungenschaft im Garten“, sagt Thomas Kostka. Damit wird das idyllische Fleckchen Natur auch für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Rollatoren zugänglich. Dafür gab es bereits eine Förderung mit LEADER-Mitteln und ELER.

Etablierter Garten

Seit einem Jahr betreibt Thomas Kostka seinen Schau- und Therapiegarten. Mittlerweile hat er sich mit seinem Angebot in Altenplathow etabliert. Zum Beispiel können die Patienten der Physiotherapiepraxis wetterbedingt den Garten zu Therapiezwecken nutzen, „Rehasport im Freien ist hier möglich und in der freien Natur etwas ganz anderes für das persönliche Wohlbefinden als in geschlossenen Räumen.“

Der Gartentherapeut weiß, wovon er spricht, hat er sich doch als ausgebildete Betreuungskraft für Senioren nach § 87b in einer Weiterbildung am Institut für Naturheilkunde in Erfurt für diese Therapieart fit gemacht. Thomas Kostka lebt seinen Beruf und liebt die Natur. Das merkt jeder, der mit ihm ins Gespräch kommt. Voller Begeisterung erzählt er von Gräsern, Sträuchern und Bäumen in seinem Garten. „Hier finden Sie alte Obst- und Gemüsesorten, die viele nicht mehr kennen.“ Außerdem gibt es einen Pfad mit römischer Kamille und einen Thymianpfad als Sinneserlebnis, ein Präriebeet mit außergewöhnlichen Distelarten und verschiedenen Gräsern, eine Wildblumenwiese oder eine Beerenallee.

Hummeln, Bienen und Schmetterlinge

Gemeinsam mit seiner Frau setzt Kostka auf biologisches Gärtnern. Ganz ohne Pestizide, gedüngt wird mit Löwenzahn- oder mit Brennesseljauche und mit Kompost, die Beete werden gemulcht. „Es besuchen den Garten Hummeln, Bienen und Schmetterlinge in Hülle und Fülle“, freut sich Kostka. Einige Bienenvölker betreut der Hobbyimker persönlich. Es sei eine Wohltat, sich einfach auf die Bank oder einen Stuhl zu setzen und dem Treiben der Natur zuzuschauen. Im vergangenen Jahr habe er bereits mehr als 500 Besucher begrüßen können.

Auch wenn der Garten am Sonntag für die Besucher hergerichtet ist und diese den Gartenteich mit Pavillon oder die eigene Imkerei anschauen können, gehen die Planungen noch weiter. Eine behindertengerechte Sanitäranlage und ein Holzhaus mit vier Übernachtungsmöglichkeiten sollen geschaffen werden, für Thomas Kostka durchaus eine Investition mit Erfolgsaussichten. „Wir haben den Elbe-Havel-Radweg vor der Tür, mit Engagement können wir zudem von der Landesgartenschau in Burg profitieren“, nennt er touristische Gründe. Auch solle es kleinere kulturelle Veranstaltungen auf der neuen Terrasse geben.

Im Garten ins Gespräch kommen

„Wir haben aber auch einen Bildungsauftrag“, ist sich der Gartentherapeut sicher. Aus diesem Grund strebt er die Kooperation etwa mit Seniorenheimen an. „Über praktische Tätigkeiten können wir mit den Menschen ins Gespräch kommen“, sagt der Gartentherapeut. Es genüge mitunter, gemeinsam mit den älteren, häufig dementen Bewohnern etwa Küchenkräuter zu bestimmen, dann ergäben sich ganz automatisch Dialoge, Erinnerungen an frühe Zeiten. Auch mit Kindergärten und Grundschulen kann sich Thomas Kostka eine Zusammenarbeit vorstellen. Die Kinder sehen, wie sich die Natur im Verlaufe der Jahreszeiten verändert, wie aus kleinen Samenkörnern in der Erde kräftige Pflanzen werden.

Der Schau- und Therapiegarten ist am Sonntag, 20. August, von 10 bis 18 Uhr anlässlich des Tages der offenen Gärten geöffnet. Dann gibt es Führungen auf Nachfrage, Honigverkostungen bzw. -verkauf und Qi-Gong zum Mitmachen. Weitere Informationen sind unter der Rufnummer 03933/80 57 16 erhältlich. In der Region Genthin sind auch die Gärten des Johanniterhauses Genthin-Wald und der Klostergarten in Jerichow für Besucher geöffnet.