Genthin l 13 Schülerinnen und Schüler des Musikkurses der elften Klasse des Genthiner Gymnasiums – alle auch Mitglieder des Chores – machten sich kurz vor Ferienbeginn in Begleitung des Fördervereinsvorsitzenden Sebastian Eckold und Musiklehrerin und Chorleiterin Anke Held auf den Weg nach Hessen. Nach einer fünfstündigen Busfahrt, auf der alle schon fleißig probten, wurden die Gruppe vom dortigen Chorleiter Steffen Hause und Schulleiter Markus Wagener in Empfang genommen.

Thema "Freiheit" im Mittelpunkt

Im Rahmen einer Projektwoche zum 300-jährigen Stadtjubiläum Bad Arolsens präsentierten die Genthiner die Ausstellung über Dietrich Krüger, die auch schon in Genthin besichtigt werden konnte. Bei der Ausstellungseröffnung stellten die Macher Gedanken über die Freiheit in den Mittelpunkt.

Die Genthiner Schülerin Viola Neumann trug einen selbstverfassten Text zu diesem Thema vor und es erklang das Lied „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen, gesungen vom Genthiner Chor. Im Anschluss standen die Gäste aus Sachsen-Anhalt den Besuchern, zum großen Teil ehemalige Schüler Dietrich Krügers, bei Fragen zur Ausstellung zur Verfügung. Danach wurde umfangreich für den Auftritt in der Helser Kirche geprobt, jener Kirche, in der Musikdirektor Krüger einst selbst Konzerte veranstaltete.

Bilder

Brücken zwischen Ost und West

Am Abend fand dann das gemeinsame Konzert unter dem Motto „Musikdirektor Dietrich Krüger als Brückenbauer zwischen Ost und West“ statt, bei dem beide Chöre sowie das Orchester der Christian-Rauch-Schule auf den Mann zurückblickten, der die Chortradition an ihren Schulen ins Leben gerufen hatte.

Gespielt und gesungen wurden hauptsächlich Barockstücke von Pachelbel, Vivaldi, Händel und Bach, da diese Epoche im Hauptinteresse der Arbeit Dietrich Krügers stand. Eingebettet in dieses Konzert sang und erzählte der Genthiner Musikkurs vom Leben und Schicksal Dietrich Krügers bis zu seiner Flucht aus der DDR im Jahre 1955.

Klassik und Pop

Mit Musik von den Puhdys, dem „Gloria“ aus der Missa Lumen, einem Lied der Gruppe Karussell und Nenas „Wunder geschehen“, setzten der Chor von Anke Held einen eigenen musikalischen Akzent. Der Auftritt wurde ausnahmslos positiv aufgenommen. Prof. Dr. Friedhelm Brusniak von der Universität Würzburg hielt auch diesmal die Festrede. Am Ende des Konzertes vereinten sich die Sängerinnen und Sänger beider Chöre, um gemeinsam, begleitet vom Orchester unter Leitung von Orchesterdirigent Rainer Böttcher und Steffen Hause, das „Gloria“ von Vivaldi und den Bachchoral „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ zu singen.

Trotz großer Hitze machten sich die Genthiner am Tag nach dem Konzert auf den Weg zu einer Stadtführung und Schlossbesichtigung, bei der Horst Schwarze, ehemaliger Studiendirektor, die Geschichte des ehemaligen Fürstentums und die damit verbunden Entwicklung der Barockstadt Bad Arolsen nahe brachte. Zum Abschluss des Projektes und der Forschungsarbeit legten die Bismarck-Chormitglieder am Grab von Musikdirektor Dietrich Krüger einen Blumenstrauß nieder und sangen noch einmal das Lied „Als ich fortging“.

Am Abend trafen sich die Chorgäste mit den Gastgeschwistern und Chormitgliedern des Bad Arolsener Chores am Twistesee, um zusammen zu baden und sich noch besser kennenzulernen. Die gemeinsame Woche war für alle Beteiligten ein großer Gewinn. Alle Beteiligten hoffen außerdem, dass der Austausch beider Chöre auch über das Dietrich-Krüger-Projekt hinaus Bestand hat.