Freizeit

Genthiner Skatepark ist bei Jugendlichen beliebt aber die Hindernisse sind zu alt

Hoffnung bei Nutzern auf einen zeitgemäßen Neubau einer Anlage für verschiedene Ansprüche an einem anderen Standort

Von Mike Fleske
Der Genthiner Skatepark in der Keplerstraße ist in die Jahre gekommen. Die jugendlichen Nutzer hoffen auf einen Ersatz.
Der Genthiner Skatepark in der Keplerstraße ist in die Jahre gekommen. Die jugendlichen Nutzer hoffen auf einen Ersatz. Foto: Mike Fleske

Genthin - Mächtig was los ist an diesen sonnigen Tagen am späten Nachmittag auf dem Skatepark in der Genthiner Keplerstraße. Skateboardfahrer wagen Sprünge über die Hindernisse. Jugendliche mit BMX-Rädern schließen sich ihnen an. Sie fahren mit Tempo an, ziehen ihre Zweiräder in die Höhe und rollen mit Karacho am angrenzenden Hügel aus. „Für noch höhere Sprünge, für noch umfangreichere Tricks fehlt hier einfach der Platz“, erklärt einer von ihnen.

Skater Biker Scooter- und Inlinefahrer nutzen den Park

Der vor Jahrzehnten gestaltete Park sei für die heutigen Ansprüche einfach zu klein. „Man kann auch sehen, dass der Park sehr vielfältig genutzt wird“, sagt Streetworkerin Doreen Giese. Neben Skatern und Bikern seien mittlerweile auch Scooter oder Inlinefahrer auf der Anlage zu finden. Das sei viel mehr geworden. Bestätigt wird diese Beobachtung auch von den SPD-Stadträten Udo Krause und Christoph Neubauer, die sich bei einem Vor-Ort-Termin mit der Streetworkerin über den Skatepark informieren.

„Ich war früher ab und an auch hier, aber so viele verschiedene Gefährte gab es nicht“, sagt Neubauer. Denn einst seien es tatsächlich fast nur Skater gewesen, die das Gelände nutzten. „Jetzt ist die Anlage ziemlich in die Jahre gekommen und bietet einfach nicht mehr genügend Platz für die steigende Zahl von Jugendlichen und die neuen Trainingsgeräte“, bestätigt auch Udo Krause.

Anlage ist für bestimmte Aktionen nicht ausgelegt

Noch etwas bereitet Probleme: Die steigenden Fähigkeiten der Nutzer. „Dadurch, dass es auch in Nachbarstädten neue Skateanlagen gibt, verbessern sich die Fahrer immer mehr und können heute Tricks, die hier auf der Anlage kaum umgesetzt werden können“, erklärt Jürgen Schulze. Der 33-Jährige ist quasi ein Skater-Urgestein in Genthin, kennt die Möglichkeiten des Parks. Er sieht durchaus ein Verletzungsrisiko, wenn auf den Aufbauten Tricks probiert würden, für die die Anlage nicht ausgelegt sei. Schulze hofft daher auf einen baldigen Neubau. Wo dieser sei, wäre für die Skater zweitrangig. „Wichtig ist für uns, dass sich etwas tut“, sagt er.

Zwar wird immer wieder der Standort „Volkspark“ ins Gespräch gebracht, dieser sei aber nicht die einzige Möglichkeit. „Wir können uns auch einen Skatepark an der Sekundarschule am Baumschulenweg vorstellen“, sagt Schulze. Das sei auch der Standort für den sich die SPD-Fraktion im Stadtrat stark machen werde, fügt Udo Krause hinzu. „Den Jugendlichen kommt es auf zwei Dinge an, einmal dass der Park unter modernen Gesichtspunkten geplant und erreichtet wird und dann, dass dieser nicht zu weit außerhalb der Stadt angesiedelt wird“, erklärt Doreen Giese.

Anwohner sollen mit möglichst wenig Geräuschen behelligt werden

Jugendkultur solle durchaus einen Platz im innerstädtischen Bereich haben, nach Möglichkeit so, dass Anwohner nicht zu stark behelligt würden. Denn natürlich gäbe es Fahrgeräusche, seien die Besucher nicht leise, werde auch mal Musik gespielt. Man müsse aber auch bedenken, dass ein solcher Park von den jungen Leuten auch erreicht werden kann. „Nicht nur von denen aus Genthin, sondern auch aus den umliegenden Ortschaften.“

Seit Jahren kämpfen die jungen Leute mittlerweile für einen neuen Skatepark, haben bereits im Stadtrat vorgesprochen, Termine mit dem Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) und der Baufachbereichsleiterin Dagmar Turian wahrgenommen. Mittlerweile wird der Wunsch immer stärker von den Entscheidungsträgern in Verwaltung und Stadtrat wahrgenommen und vorangetrieben. Dass ein Skatepark in einer ersten Entwurfsvorlage für den Genthiner Stadtpark berücksichtigt wurde, ist eine Folge der Beharrlichkeit der Jugendlichen.

In Tangermünde wurde neue Anlage errichtet

Aber diese könnte sich lohnen, wie das Beispiel Tangermünde zeigt. Seit einigen Wochen gibt es auf dem Tangerplatz einen Skatepark mit nagelneuen Elementen. Dort war eine jahrelange Planung vorausgegangen, nachdem der im Jahr 2000 eröffnete Park nicht mehr voll nutzbar war. Auch in Tangermünde hatte die dortige Streetworkerin die Bestrebungen der Jugendlichen über Jahre unterstützt, war unter anderem mit ihnen im Fachausschuss der Stadt, hatte Vorschläge der jungen Leute für einen Skatepark gesammelt und weitere Mitstreiter gesucht, die das Projekt unterstützten. Nun gibt es in der Region neben den neuen Anlagen in Rathenow und Burg auch eine in Tangermünde.

In Genthin wird der bestehende Park in diesem Sommer für Workshops genutzt, die von Jürgen Schulze geleitet und von Doreen Giese im Genthiner Morushaus organisiert werden. Außerdem werden dort Spenden für einen neuen Skatepark gesammelt.

Die Genthiner SPD-Stadträte Udo Krause und Christoph Neubauer (re.) im Gespräch mit Streetworkerin Doreen Giese
Die Genthiner SPD-Stadträte Udo Krause und Christoph Neubauer (re.) im Gespräch mit Streetworkerin Doreen Giese
Foto: Mike Fleske