Genthin l Durchaus deutlich wurde der Vorsitzende des Handwerker-Männerchores Klaus Zelmanski, als er auf das im Juni geplante Volkskünstlerische Chorkonzert in Jerichow zu sprechen kam. Es sei ein Affront, wenn zum 45. Jubiläum des Konzertes ein fast professioneller Chor aus Wernigerode und mit dem Burger Chor nur ein Chor aus dem Sängerkreis eingeladen würde.

Kritik an Konzert in Jerichow

„Daneben werden uns auch noch Eintrittskartenkontingente zugeteilt“, machte Zelmanski seinem Unmut weiter Luft. Er forderte: „Dieses Konzert darf in diesem Jahr nicht den Namen Volkskünstlerisches Konzert tragen.“ Denn bisher traten die Chöre des Sängerkreises zwischen Elbe und Havel jährlich gemeinsam bei diesem Konzert auf. Auch kam aus den Reihen der Sänger die etwas ironisch boshafte Frage, ob die Heimatchöre für das Jubiläumskonzert nicht gut genug seien und erst deshalb 2020 wieder singen sollen.

Dirk Linnemann, seit einigen Monaten für die Öffentlichkeitsarbeit des Sängerkreises Elbe-Havel zuständig, zeigte Verständnis für den Unmut und versuchte die Wogen zu glätten: „Die Entscheidung das Konzert 2019 anders zu gestalten, ist vom alten Vorstand schon vor längerer Zeit getätigt worden, wir haben seit Ende vergangenen Jahres einen neuen Vorstand, der sich erst einarbeiten muss.“

Sängerkreis-Internetseite wird überarbeit

Er nannte die Planung für das Jubiläumskonzert „unglücklich“. Er werde den Unmut und auch den Hinweis auf den Titel des Konzertes im Vorstand vortragen. Linnemann musste sich auch der Kritik stellen, dass auf der Internetseite des Sängerkreises Informationen zu kommenden Auftritten fehlen. „Wir überarbeiten die Seite, derzeit ist uns die Aktualisierung nicht möglich.“ Linnemann versprach Abhilfe zu schaffen.

Auch sonst verlief die Zusammenkunft nicht durchweg harmonisch. Zwar sind die Sänger im vergangenen Jahr zu 51 Anlässen zusammengekommen, darunter 38 Proben und 13 Auftritte, etwa beim Kartoffelfest und in der evangelischen Kirche, wie Wilfried Bauer aus der Statistik bilanzierte, aber der Mitgliederschwund sei spürbar. Das machte sich auch bei der finanziellen Bilanz von Schatzmeister Hartmut Muth bemerkbar: „Wir stehen im Moment solide da, aber auf Dauer benötigen wir mehr Einnahmen und mehr Mitglieder“, schaute er voraus.

Mehr Auftritte wahrnehmen

Möglicherweise müsse auch das Auftrittsniveau ausgebaut werden, also müsste der Chor bei mehr Veranstaltungen auftreten. Ein nicht ganz leichtes Unterfangen. Denn derzeit, auch das zeigte die Statistik, gibt es 19 aktive Sänger, von denen durchschnittlich 14 bis 15 bei Terminen vor Ort sind.

Welche Wege man künftig bei der Mitgliedergewinnung beschreiten wolle, zeige sich noch. „Wir werden uns im Vorstand zu diesem Thema beraten“, kündigte der Vorsitzende Klaus Zelmanski an.

Gesanglich stabilisiert

Er hatte auch gute Nachrichten: Gesanglich hat sich der Chor stabilisiert. „Unsere Chorleiterin Anna Lipets ist mit uns zufrieden.“ Fest gesetzt ist in diesem Jahr bereits der Auftritt zum „Tag der Deutschen Einheit“ am 3. Oktober in der evangelischen Kirche in Genthin.

Das Ansinnen des Vorsitzenden Interesse am Chorfest in Magdeburg und beim Chortreffen in Sangerhausen zu bekunden, unterstützten die Mitglieder mit Mehrheit. Auch ist geplant, dass der Handwerker-Männerchor am Sängertreffen in Möckern am 14. September teilnimmt. Diese Veranstaltung soll eine Art Ersatz des Chorkonzertes in Jerichow werden, da dort die Chöre des Sängerkreises zusammenkommen wollen.

Ehrung für 20 Jahre Mitgliedschaft

Einen erfreulichen Programmpunkt gab es aber auch. Für 20 Jahre Mitgliedschaft im Handwerker-Männerchor wurde Wolfgang Kurth vom Vorsitzenden des Sängerkreises Martin Schultze im Namen des Chorverbandes Sachsen-Anhalt mit Urkunde und Ehrennadel geehrt. Klaus Zelmanski bat seinen derzeit passiven Sangeskollegen, aktiv mitzuwirken. „Komm mal wieder zum Singen vorbei, dass würde uns freuen.“ Dass die Chorsänger gut bei Stimme sind, zeigten sie bei gemeinsamen Begrüßungs- und Abschlussliedern.