Genthin l „Kevin, Kevin!“, schallte es aus der Turnhalle. Mit solch einer frenetischen Begrüßung hatte der vierfache Olympia-Sieger und sechsfache Weltmeister nicht gerechnet. Gewonnen hat Kevin Kuske diese Gold- sowie mehrere Silber- und Bronzemedaillen im Bobsport, wo er bis zum Ende seiner Profikarriere im vergangenen Jahr die Position des Anschiebers inne hatte.

Die Frage nach der Anzahl seiner Medaillen stellte ihm auch eine Schülerin und brachte den Profisportler gehörig ins Grübeln. Kein Wunder, hat er doch bereits in jungen Jahren mit dem Medaillen-Sammeln begonnen. „Ich bin ein Kind der DDR, da war die sportliche Förderung in jungen Jahren größer als heute“, sagte Kevin Kuske, dessen Eltern bereits Leistungssportler waren. Er findet es deshalb gut und wichtig, dass Grundschulen weiterhin Sportfeste veranstalten.

Schnell über 30 Meter

Begonnen habe auch er, wie die Grundschüler beim Sportfest, mit den diversen leichtathletischen Disziplinen. „Eigentlich war ich ein Sprinter, aber dafür war ich zu schwer“, sagt er lächelnd. „Kevin war über 30 Meter sogar schneller als Usain Bolt“, zog Schulleiter Ingo Doßmann den Vergleich mit den jamaikanischen Sprinter, der den Weltrekord über 100 und 200 Meter hält. Das bestätigte Kevin Kuske, wies aber darauf hin, dass er bei jedem weiteren Meter den Kürzeren gezogen hätte. Als Anschieber im Bobsport seien seine Eigenschaften jedoch optimal gewesen, weshalb die Bobtrainer schnell auf ihn zugekommen seien, um ihn für den Sport zu gewinnen.

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Auch im weiteren Verlauf der Gesprächsrunde zeigten sich die Schüler extrem wissbegierig. „Wie alt bist du?“, wollte beispielsweise ein Mädchen wissen. „Wie alt sehe ich denn aus?“, entgegnete Kevin Kuske und fühlte sich nach der Antwort „Wie 26!“ sichtlich geschmeichelt, hat er doch vor Kurzem die 40 erreicht. „Der Sport hält jung“, ergänzte er mit einem Augenzwinkern.

Was seine schlimmste Verletzung war, fragte einer der Schüler. „Ich habe mir mal beim Anschieben den Beuger abgerissen“, erzählte Kevin Kuske. Trotzdessen habe er es noch in den Bob geschafft, sei aber während der Fahrt ohnmächtig geworden. Eine kuriose Frage lautete: „Was war dein langsamstes Tempo?“, worauf der Potsdamer verschmitzt antwortete: „Mit der Sporttasche zum Training.“

Ob er auch andere Sportarten betrieben hat, wollte eine Schülerin wissen. Dies sei ihm aufgrund der Verletzungsgefahr verboten gewesen. Er verwies aber darauf, dass er im vergangenen Jahr an der Eiskunstlaufshow „Dancing on Ice“ teilgenommen hat, wo er mit der ehemaligen Schweizer Eiskunstläuferin Myriam Leuenberger den siebten Platz belegte. Es folgten noch viele weitere Fragen an Kevin Kuske.

Dessen Besuch kam indes über das Bundesprogramm „Olympia ruft: Mach mit!“ zustande. „Die Zusammenarbeit mit Profisportlern ist ein wichtiger Teil davon und dient der Nachwuchsförderung“, erklärte Schulleiter Ingo Doßmann, der sich sehr über diese externe Unterstützung freue.

Lob des Schulleiters

Auch Fortbildungen und Workshops für Lehrer seien feste Bestandteile des Programms, bei dem neben dem Sport die gesunde Ernährung im Vordergrund stehe. So haben die Schüler in diesem Zusammenhang erst vor Kurzem einen Energieriegel aus gesunden Zutaten zubereitet, wie Ingo Doßmann erklärt. Neben den Besuch Kevin Kuskes zeigte er sich auch sehr erfreut über die Leistungen seiner Schüler bei dem Sportfest.