Parksanierung

Gruppe Genthiner sagt kategorisch nein zu einer Skaterbahn im Volkspark

Die beiden von Katharina Baumgart vorgelegten Entwürfe für die Neugestaltung des Volksparks werden heftig diskutiert. Die einen wollen möglichst wenig Veränderung, die anderen Skatebahn, Trimm-Dich-Geräte und einen großen Spielplatz.

Von Susanne Christmann
Ursula Sprössig, Hadmuth Mielke, Margitta Brandau, Dr. Bärbel Dworschak, Thomas Kostka, Christof Rüdiger beugen sich gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Günther über die Pläne für die Umgestaltung des Volksparks.
Ursula Sprössig, Hadmuth Mielke, Margitta Brandau, Dr. Bärbel Dworschak, Thomas Kostka, Christof Rüdiger beugen sich gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Günther über die Pläne für die Umgestaltung des Volksparks. Fotos (2): S. Christmann

Genthin

Erste Zusammenkunft der „Arbeitsgruppe Volkspark“ hat Genthins Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) den Termin überschrieben, bei dem er im Sitzungssaal des Rathauses die beiden Entwürfe für die Neugestaltung des Parkes (Volksstimme berichtete) auf den Tisch legte. Die Gruppe um Ursula Sprössig gerät bereits nach den ersten Blicken auf die Pläne in helle Aufregung. Die bereits vieldiskutierte neue Skaterbahn hat die Landschaftsarchitektin in einem der Entwürfe in dem vom Haupteingang an der Straße abgewandten Halbrund platziert, in der anderen Hälfte Mehrzwecksportfelder und Sitztraversen. Die andere Variante zeigt anstelle der Skaterbahn den Einbau eines Amphitheaters.

Park ist Kulturerbe

Während sich Thomas Kostka und Christof Rüdiger vielleicht noch für Trimm-Dich-Geräte und einen größeren Spielplatz im Sinne von Familien mit Kindern erwärmen können, bringt Ursula Sprössig, Dr. Bärbel Dworschak, Margitta Brandau und Hadmuth Mielke so ziemlich alles auf die Palme, was außerhalb von Gestaltung verwilderter Bereiche, Baumpflege, Entschlammung des Schwanenteiches und historischer Wegeführung liegt. Sie verlesen ein Statement von Marina Babick, das sie danach demonstrativ unterschreiben. „Es ist unfassbar! Der Volkspark  ist Kulturerbe!  Allein das Mausoleum ist nachweislich vor 1831 entstanden. Beschäftigen Sie Sich  mit der „Chronik des Dorfes Altenplathow“ von Friedrich Wernicke (1909) -  die Geschichte  der Fabrik und des Rittergutes der Familie Pieschel.  Den Park gestaltete nachweislich Peter Josef Lenne! Das ist Kulturerbe!“ heißt es darin. Anmerkung der Redaktion: Es kann nur vermutet werden, dass Peter Josef Lenne einst den Park gestaltet hat. Nachgewiesen werden konnte das bisher nicht.

Am meisten regt die Gruppe der Plan zum Einbau der Skaterbahn in ein Halbrund der Radbahn auf. „Dann lesen wir, man favorisiert den Bau einer Skaterbahn im Volkspark, da die Nähe zum Thomas  Morus Haus perfekt ist. Will man  ernsthaft den Volkspark zubetonieren? Es gibt doch wirklich Wichtigeres!  Ein Beispiel ist die totale  Versumpfung des ehemals wunderschönen Schwanenteiches, regelmäßige Pflege des gesamten Areals, die Neugestaltung der Wege, die teilweise zugewachsen sind und durch den  groben  Kies kaum begehbar, Reparatur der Treidelbrücke auf der Stadtseite des Kanals und noch vieles mehr,“, heißt es in Marina Babiks Statement dazu.

Naturpark oder Volkspark? Das ist hier die Frage

Das sei die entscheidende Frage, so Bürgermeister Matthias Günther moderierend: „Wollen wir einen Naturpark oder einen Volkspark?“ Für die Gruppe kommt nur der Naturpark in Frage. Folgerichtig das Statement zur Skateanlage von Dr. Bärbel Dworschak: ein „kategorisches Nein“. Ursula Sprössig schiebt in einem Leserbrief, nachdem sie daheim die begleitenden Unterlagen zu den Entwürfen studiert hat, noch nach. Aufgrund der Länge kann er an dieser Stelle nur auszugsweise zitiert werden.

„Wie vorauszusehen war, ist der Bau einer Skaterbahn und noch mehrerer sportlicher Einrichtungen der Kern der zukünftigen Nutzung des unter Denkmalschutz stehenden Parkes. Es ist schon ein Widerspruch ein Konzept in Auftrag zugeben mit einer eindeutigen Tendenz dazu, den Jugendlichen eine Sportstätte zu bauen und der Bevölkerung weiszumachen, dass der alte Park saniert und erhalten werden soll zur Erholung von Alt und Jung und zum Schutz der Natur“, schreibt sie darin. Sie moniert hierin auch die Vorhaben, an den verschiedenen Eingängen zum Park neue und mehr Parkplätze anzulegen. Am Ende stellt sie folgende Hauptfrage: „Weiß man im Genthiner Rathaus immer noch nicht, was unter Denkmalschutz und Schutz der Natur zu verstehen ist?“

In Arbeitsgruppe gehören noch andere Genthiner

Als „ungeschickt und unglücklich“ benennt Grünen-Stadtrat Lutz Nitz gegenüber der Volksstimme die Zusammensetzung dieser „Arbeitsgruppe Volkspark“ durch den Bürgermeister. Zum einen hätten Stadtrat Sebastian Hahn und er sich schon seit längerem um die Moderation der Diskussion zur Umgestaltung des Volksparks gekümmert. Nun habe der Bürgermeister offensichtlich die Moderation an sich gezogen. Das finde er nicht falsch. Nur dürfe er dabei alle anderen nicht „vergessen“ in seiner Arbeitsgruppe, die sich in die Diskussion mit einbringen und wollen. Dazu gehöre vor allem die Gruppe um Thomas Dietert, die sich seit längerem um die Belange der Jugend zu diesem Thema kümmere.