Genthin l Als ein Museum hinter Zäunen könnte ein Besucher das Henkel-Museum in Genthin wahrnehmen. Genauer gesagt, hinter zwei Zäunen. Dabei informiert ein Schild nach wie vor über Öffnungszeiten und Eintrittspreise. Das ist jedoch längst überflüssig.

Das Henkel-Museum, betrieben von der Qualifizierungs- und Strukturförderungsgesellschaft (QSG), ist geschlossen. Vorerst, über die Wintermonate, sagt deren Geschäftsführer Lars Bonitz auf Volksstimme-Anfrage.

Schließung nicht neu

Überraschend kommt diese Nachricht nicht. Schon vor knapp zwei Jahren dachte der damalige Genthiner Bürgermeister Thomas Barz (CDU) laut über eine mögliche Schließung nach. Nun wird es konkret.

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Zu hohe Bewirtschaftungskosten und zu geringe Besucherresonanz waren und bleiben die beiden ausschlaggebenden Gründe, das Henkel Museum - zumindest vorerst - dicht zu machen.

Geschäftsführer Lars Bonitz benennt dafür erstmals konkret die Höhe der Kosten, die für die Unterhaltung des Henkel-Museums anfallen.

Kosten von 5000 Euro

Demnach müsse die QSG jährlich 5000 Euro aufbringen, das sind hauptsächlich Betriebs- sowie Personalkosten, um das Museum „am Laufen zu halten“. Diesen Kosten stünden Einnahmen von zirka 1000 Euro entgegen. „Wie auch die Jahre zuvor stagnieren die Besucherzahlen, so dass ein wirtschaftliches Betreiben nicht möglich ist“, zeigt sich Lars Bonitz entschlossen. Selbst nachdem im zurückliegendem Sommer zur Salzigen Tour für das Henkel-Museum kräftig die Werbetrommel gerührt wurde, blieben die Besucher aus.

Offensichtlich denkt man in der QSG durchaus über eine Schließung des Museums nach, die über die Wintermonate hinaus gehen könnte. So verweist der Geschaftsführer darauf, dass es keine räumliche Alternative zu dem Museum gebe, um die vorhandenen Exponate an anderen Orten auszustellen. Die Exponate blieben so vorerst im ehemaligen Henkel Museum, bis eine langfristige Lösung gefunden werde.

Konzepte noch nicht ausgereift

Eine Idee, macht Lars Bonitz dennoch Hoffnung, wie die Exponate zukünftig ausgestellt werden könnten, gebe es schon, jedoch stecke diese konzeptionell noch in den Kinderschuhen.

Das Henkel-Museum befindet sich mit dem Verkauf des Stadtkulturhauses nun auf dem Betriebsgelände der Inprotec. Das hat kuriose Folgen: Da das Unternehmen Teile seines Betriebsgeländes, darunter auch den Museumsbereich, sichern und den Bereich hinter dem Stadtkulturhaus neu einzäunen musste, aber der bisher bestehende Zaun nicht zurückgebaut wurde, ist das Museum jetzt doppelt umzäunt.

Waschmuseum bereits geschlossen

Erste Vermutungen, dass das Henkel Museum geschlossen werden könnte, wurden bereits vor zwei Jahren laut, als das in Ergänzung zum Henkel Museum 2011 ins Leben gerufene Waschmuseum geschlossen wurde. Auch aus Kostengründen.

88 Jahre Waschmittelgeschichte sind im Genthiner Henkel Museum zusammengetragen worden. Im ehemaligen Badehaus hatte das Museum 1996 sein Domizil erhalten.

Das Badehaus war 1925 im Zuge der Errichtung des Henkelwerkes entstanden und bis Anfang der 1980er Jahre von den Mitarbeitern zum Duschen nach der Arbeit genutzt worden. Danach diente das Gebäude dem Werksärztlichen Dienst. Mitte der 1990er Jahre wurde es entkernt, die Außenfassade und die Außenanlage hergerichtet.