Genthin l Obwohl der Punkt „Fördermittel für die Halle Grundschule Uhland“ auf der Tagsordnung für den Besuch Holger Stahlknechts (CDU) in Genthin stand, wirkte der Innenminister mit der Materie wenig vertraut. Genthins Bürgermeister Thomas Barz (parteilos) skizzierte das Problem: „Die Situation der Genthiner Sportstätten ist allgemein nicht befriedigend.“ Die Stimmung sei deswegen bedrückt. Das Sorgenkind, die Sporthalle der Grundschule Uhland, sei ein „ganz alter Bau“.

Stahlknecht erwiderte, dass für die Halle ein Antrag auf Fördermittel aus dem Stark III-Topf gestellt worden sei. Das sei „schwierig“, da die Halle überwiegend von privaten Vereinen und nur nachgeordnet von der Schule genützt würde. Mit dieser Information war der Innenminister allerdings auf dem Stand vom vergangenen Jahr, mittlerweile hat die Stadt einen weiteren Antrag zur Förderung der Halle gestellt.

Anträge sind gestellt

„Nachdem der Förderantrag zur Sanierung der Halle als schulische Einrichtung abgewiesen wurde, wurde ein weiterer Antrag zur Förderung von Sportstätten mit überwiegend nicht schulischer Nutzung über den EFRE-Fond gestellt“, erläuterte Thomas Barz auf Volksstimme-Nachfrage. „Die Interessensbekundung wurde am 9. Juni 2015 gestellt. Ende letzten Jahres wurde dazu auch der Demografienachweis erarbeitet und eingereicht. Bewertende Rückmeldungen liegen dazu noch nicht vor“, so Barz.

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Auch der Innenminister-Besuch brachte keinen Aufschluss über die Chancen auf Fördergelder. Stahlknecht sagte dazu nichts. Allerdings merkte er an, dass man dem Antrag bezüglich der Sporthalle an der Berliner Chaussee „wohlwollend“ gegenüberstehe. Auch hier wurde ein Antrag zur Förderung über den EFRE-Fond gestellt.

Keine Sanierung aus eigener Kraft

Außerdem hat die Stadt Fördergelder zur Sanierung des Sportkomplexes an der Berliner Chaussee (Platz und Halle) beantragt. „Die Bedarfsanforderung vom 13. November 2015 wurde im März 2016 wegen Überzeichnung abgelehnt. Für das kommende Bewilligungsjahr 2017 haben wir im Juni 2016 erneut einen Antrag gestellt.“ Der Bürgermeister bilanzierte: „Ich hätte mir schon in diesem Jahr Fördergelder gewünscht, nun hoffen wir auf das nächste.“ Gelder vom Land seien dringend nötig, da die Stadt nicht in der Lage ist und in naher Zukunft nicht sein wird Mittel aus eigenr Kraft aufzubringen. „Die Lage ist katastrophal“, sagte Barz und sprach von „Zwangsverwaltung. Er verwies erneut darauf, dass es in besseren Jahren versäumt wurde, Sportstätten zu bauen oder zu sanieren.

Dem stimmte Gerd Mangelsdorf (CDU) zu. „Seit der Wende ist in Genthin nichts passiert.“ Als Beispiele führte er die Halle der Genthiner Judoka an. „Hier wird unter unzumutbaren Bedingungen trainiert.“ Auch die Diesterweggrundschüler müssten in einer „ehemaligen Bauunterkunft“ Sport machen. Die Lage sei prekär und das Land sollte dies bei der Vergabe berücksichtigen, gab Mangelsdorf dem Innenminister mit auf den Weg. „In Burg wurden drei neue Hallen gebaut, während Genthin immer leer ausging. Die Anträge sind gestellt, wir brauchen jetzt Fördermittel.“

Konkretes hatte Stahlknecht nicht zur Problematik zu sagen. Er wolle sich aber der Sachlage annehmen und verwies darauf, dass die Landesregierung bei den Wahlen 2016 bestätigt worden sei. „Somit habe ich gerade einen Fünfjahresvertrag bekommen. Da haben wir noch ein bisschen Zeit.“