Genthin l „Toll! Gigantisch! Wunderbar!“ Ronny Harzendorf, Leiter des Jugendhauses „Thomas Morus“ in Genthin, war vollkommen perplex, als die Volksstimme ihm die freudige Nachricht am Telefon überbrachte. Denn nun hat das Haus für seine so wichtige und erfolgreiche Arbeit eine von zwei Personalsorgen weniger.

Die Volksstimme hatte beim Landesverwaltungsamt in Halle um eine Stellungnahme dazu gebeten, dass das Amt für die Weiterfinanzierung der Integrationsstelle „Jugend international“ keine Möglichkeit gesehen hat. Das Jugendhaus hatte im Juni noch versucht, unter der neuen Projektüberschrift „Step by Step“ diese Stelle doch weiter finanziert zu bekommen. Erfolglos. Doch das ist jetzt Geschichte.

Wichtigkeit wird anerkannt

Denn die Antwort, die die Volksstimme auf die Anfrage über die Pressestelle des Amtes bekommen hat, lautet so: „Das Landesverwaltungsamt erkennt die Wichtigkeit und auch den bisherigen Erfolg der Arbeit an und hat sich aus diesem Grund umgehend mit dem Sozialministerium in Verbindung gesetzt, um die finanzielle Beihilfe auch in Zukunft zu ermöglichen. Im September 2020 wird es deshalb einen Vor-Ort-Termin mit allen Beteiligten geben, um genau diese Möglichkeit gemeinsam zu erörtern.“

Der studierte Sozialwissenschaftler Sebastian Kroll arbeitet seit 2017 als Fachmann für Integration im Morus-Haus unter der Projektüberschrift „Jugend international“. Für alle Jugendlichen, die in das Thomas-Morus-Haus kommen, ist er aber vor allem eins: ein erwachsener Ansprechpartner, der Zeit hat, ihnen zuhört, der bei Problemen hilft und (fast) alles mit den Jugendlichen mitmacht.

Nun drückt das Team im Morus-Haus „nur“ noch eine Personalsorge. Die hier angesiedelte Streetworker-Stelle ist seit Februar dieses Jahres, als die langjährige Streetworkerin Petra Schiele in den Ruhestand verabschiedet wurde, vakant. Der Landkreis fördert diese Stelle zu 100 Prozent. Ausgeschrieben und besetzt wird sie vom Jugendhaus, das von der katholischen St. Marien-Gemeinde getragen wird. Nur hat sich bis jetzt auf die Ausschreibung noch kein geeigneter Bewerber gemeldet.

Arbeit an vielen Projekten

Ungeachtet dessen wird im Genthiner Thomas-Morus-Haus nach dem erzwungenen Stillstand während des Corona-Lockdowns derzeit an vielen Projekten intensiv gearbeitet. Mit zwei Gruppen – einmal den Acht- bis Dreizehnjährigen und zum anderen den Dreizehn- bis Sechszehnjährigen – sind die Betreuer gerade von einer einwöchigen Ferienfreizeit zum Camping an die Mecklenburgische Seenplatte zurückgekommen.

Stattfinden soll auch noch die diesjährige integrative Fussball-Nacht, bei der etwa 60 Kinder und Jugendliche in gemischten Teams auf dem Fußballfeld gegeneinander antreten. Vorgesehen dafür ist der 11. September auf dem Sportplatz Mitte, gemeinsam verantaltet mit den Einheitsgemeinden Jerichow und Elbe-Parey.

Danach steht die Aktion „Grill den Bürgermeister!“ auf dem Plan. Das Jugendhaus „Thomas Morus“ hatte den Wettbewerb frei nach dem Motto einer TV-Show im vergangenen Jahr im Rahmen der Interkulturellen Woche initiiert, um auf dem Marktplatz nicht nur die Feinschmecker, sondern auch jung und alt zusammenzubringen. Eine Genthiner Schulklasse hatte dabei den Genthiner Bürgermeister Matthias Günther zum Kochduell mit Vorspeise, Hauptgang und Dessert herausgefordert.

Grundschulmarathon wird nachgeholt

Nachgeholt werden soll auch noch der für den Juli geplante Grundschulmarathon und dann will ja auch schon wieder die diesjährige Hof-Weihnacht im Thomas-Morus-Haus gut vorbereitet sein.