Kade l Sie trafen sich mit Landrat Steffen Burchhardt in einem Genthiner Café: die Mitglieder der Kader Jugendwehr. Mit dabei auch Jan Schuhknecht als Leiter der Truppe, die schon einen guten Ruf in der Region hat. „Sehr ambitioniert zeigen sich unsere Jungs“, sagt er in der Runde lächelnd.

Gespräch mit Jugendlichen

Ihm gegenüber sitzt auch der Beigeordnete des Landrats Thomas Barz. Er war ja zudem auch Bürgermeister in Genthin und hat sich zu dem Treffen eingefunde, um die Wettkampf-Begeisterung zu würdigen. Die Jungs sind zum Kaffee eingeladen und freuen sich natürlich über das Zusammentreffen mit der Spitze des Landkreises.

Der Grund für das Zusammentreffen: Zum dritten Mal hintereinander haben die Jungs den Herbstlauf in Mützel gewonnen. Und sie haben den Wanderpokal wieder mit nach Hause in Kade gebracht. „Hier mussten sich die jungen Feuerwehrleute an mehr als zehn Stationen messen. Dazu gehörte das schnelle Ausrollen der Schläuche und dass sich sechs Mann schnell gemeinsam auf Skiern fortbewegen“, berichtet Schuhknecht. Sie sind schon stolz, dass sie dreimal hintereinander den Wanderpokal gewinnen konnten.

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Wichtiger Bestandteil des Ortes

Auch sonst ist die Jugendfeuerwehr ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens in dem Dorf Kade. Zusammen mit seinem Stellvertreter Oliver Grimm gestaltet Schuhknecht das soziale Leben. Und das auch mit einem kleinen Jubiläum. Bereits seit zehn Jahren steht er an der Spitze der Jugendfeuerwehr.

Zwischen sechs und zehn Kinder und Jugendliche sind Mitglieder. Sie sind zwischen 10 und 19 Jahre alt. „Wir treffen uns alle drei Wochen im Gerätehaus des Dorfes, das auch von der Feuerwehr genutzt wird“, berichtet er. Die Jugendlichen nehmen an drei oder vier Wettkämpfen im Jahr teil. „2017 konnten wir die Leistungsspange der Jugend in Aken absolvieren. Das ist die höchste Auszeichnung, die es für Jugendliche gibt“, erzählt er.

Gerätehaus als Treffpunkt

Feuerwehr und Jugendfeuerwehr ziehen an einem Strang. An der Spitze der Kader Feuerwehr steht Sven Koch. Beide Teams nutzen das Gerätehaus. Hier stehen auch die Feuerwehrautos. Zwei „Oldies“ gehören dem Feuerwehrverein. Die Löschfahrzeuge können auch von den Jugendlichen zu Übungszwecken genutzt werden. Es ist der Feuerwehrverein der Gemeinde Kade, der sich auch für die Jugendfeuerwehr stark macht und sie unterstützt. Der Verein ist ein wichtiger Player im Dorf. Er bringt sich auf den Dorffesten mit ein und unterstützt auch finanziell die Jugendfeuerwehr. An der Spitze des Feuerwehrvereins steht Björn Weßlin.

Denn neben dem Dienst in der Feuerwehr sollen auch andere Aktivitäten die Gemeinschaft in der Wehr fördern. Dazu gehören auch regelmäßig stattfindende Fußballturniere, an denen sich die jungen Feuerwehrleute beteiligen. Dazu gehört auch einmal eine Fahrt nach Brandenburg (Havel), das ja relativ nahe liegt. „Dort besuchen wir gemeinsam das Marienbad“, erzählt Schuhknecht. Ein besonderer Jahreshöhepunkt ist die Teilnahme an den Seifenkistenrennen der Stadt Jerichow. „Die finden immer an unterschiedlichen Plätzen statt und sind eine Herausforderung“, erzählt Schuhknecht.

Beim Seifenkistenrennen gestartet

Daran teil nehmen die fünf Jugendfeuerwehren der Stadt. Dazu kommt zumeist ein Team aus Mützel. Im letzten Jahr war das Rennen eingebunden in die Feierlichkeiten des Roßdorfer Ortsjubiläums. Roßdorf feierte den 650. Geburtstag. So fand neben dem renommierten Brühtrogpaddeln auch das Seifenkistenrennen dort statt. Auch der Ort für das diesjährige Rennen steht fest. Dieses Mal findet es in dem angrenzenden Karow statt.

Die Frage ist noch zu klären, wie die Rennstrecke verläuft. Die plausibel klingende Antwort des Feuerwehrmannes Schuhknecht: „Wir sind Feuerwehrleute. Wir kriegen es auch fertig, eine ordentliche Bahn zu bauen“, sagt er. Zu den gemeinsamen Unternehmungen zählt auch das Zeltlager in Zabakuck, zu dem im August eingeladen wird.

Jugendwehr seit 1990

Höhepunkt war zudem ein Ausflug in den Heidepark Soltau im Mai vergangenen Jahres. Im zweitgrößten Freizeitpark halfen zahlreiche Attraktionen, um Spaß zu haben, gemeinsam neue Welten zu entdecken und der Gemeinschaft noch mehr Leben einzuhauchen. Er bietet mit über 40 Attraktionen und Shows außergewöhnliche Abenteuer für jeden Geschmack. Dort entdeckten die Jungs einen amerikanischen „Schlitten“ mit Blaulicht. „Den hätten die Kinder und Jugendlichen gar zu gerne mit nach Hause genommen“, sagt der Leiter der Jugendwehr.

Seit dem 1. August 1990 gibt es in Kade eine Jugendfeuerwehr. Gegründet wurde sie von Iris Wenslau. Jan Schuhknecht macht die Arbeit in der Feuerwehr Spaß. Der 49-jährige kam erst vor 15 Jahren als Quereinsteiger dazu. Er absolvierte Grundausbildung, Lehrgänge und stieg dann voll ein. Auch sein Sohn Jonas wollte vor zehn Jahren mitmachen. Deshalb übernahm Schuhknecht die Leitung der Jugendfeuerwehr. Sohn Jonas ist inzwischen 19 Jahre alt. Mit dem Besuch im Genthiner Café verabschiedete er sich von seinem Engagement in der Jugendfeuerwehr. „Ich mache aber weiter bei den Erwachsenen mit“, sagt er lächelnd. Dort ist er schon seit zwei Jahren aktiv.