Genthin l Das Jugendhaus Thomas Morus ist seit 26 Jahren einer der Leuchttürme in der offenen Jugendarbeit in der Region Genthin. Sport-Freizeit- und Informationsangebote werden vorgehalten und sorgen dafür, dass zu normalen Öffnungszeiten täglich 35 bis 40 Kinder und Jugendliche das Haus besuchen.

Doch das 1913 errichtete Gebäude ist in die Jahre gekommen und muss insbesondere im Innenbereich saniert werden. Das Haus selbst und auch der Standort nahe Wasserturm, Volkspark und katholischer Kirche hätten Charme und Charakter, sagt Jugendhausleiter Ronny Harzendorf. Aus diesem Grund solle das Gebäude unbedingt erhalten werden. „Aufgabe der sozialen Arbeit ist es, Hilfen und Unterstützung zu leisten und zur Bewältigung problematischer Lebenslagen beizutragen“, meint Harzendorf. „Hierzu benötigen wir einen ansprechenden Raum, und daher ist uns eine Sanierung der Räumlichkeiten an diesem Standort wichtig.“ Aus diesem Grund habe man sich zu einem Antrag im europäischen Leader-Förderprogramm für den ländlichen Raum entschlossen.

Feuchte Wände sollen beseitigt werden

Saniert werden sollen unter anderem in der Küche, im Billardraum und im Flur die Wände und der Putz, aber auch elektrische Leitungen und die Beleuchtung. Für letzteres seien in mehreren Räumen ganz neue Konzeptionen vorgesehen, um die Beleuchtung nach modernen Maßgaben einzurichten und den jeweiligen Erfordernissen anzupassen. Insgesamt sind auch Decken und Fußbodenbeläge in die Jahre gekommen und müssen erneuert werden. Auch die Sanitärräume müssen überarbeitet werden. So sollen etwa feuchte Wände beseitigt und die Damen- und Herrentoiletten modernisiert werden.

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Standort langfrisitig erhalten

In den Ein- und Ausgangsbereichen sind neue Türen geplant. Im Außenbereich soll ein Spritz- und Regenwasserschutz eingerichtet und der Giebel auf der Hofseite neu verputzt werden. Auch die Überdachung zum Hof müsse an einigen Stellen überarbeitet werden. Die Maßnahmen würden einige Kosten verursachen, allerdings sei es unbedingt notwendig, die mittlerweile doch erheblichen Mängel zu beseitigen, so Harzendorf. „Dies sieht die Stadt Genthin, insbesondere Bürgermeister Matthias Günther, ebenso und unterstützt und befürwortet den Standort.“ Ähnlich äußert sich auch Stephan Donath von der katholischen St. Marien-Gemeinde als Träger: „Für uns als Kirchengemeinde ist mit der Beantragung der Sanierungen im Rahmen des Leader-Projektes schon die Absicht verbunden, den Standort langfristig zu sichern“, sagt er und bekräftigt: „Die angemeldeten Sanierungsarbeiten des in die Jahre gekommenen Hauses sind deshalb auch notwendig.“

Für die Maßnahmen, deren Kosten derzeit noch nicht veröffentlicht werden, muss ein Eigenanteil von 25 Prozent auf gebracht werden. „Diese werden aus Spendenmitteln und Rücklagen finanziert und vom Förderverein getragen.“ Das Jugendhaus ist weiterhin auf der Suche nach Unterstützern für das Projekt. Auf die Freigabe von Leader-Mitteln hoffen auch weitere Projektträger aus Genthin. Auf der Prioritätenliste befindet sich auch der Schau- und Therapiegarten in Altenplathow, in dem der rollstuhlgerechte Ausbau sowie die Schaffung einer Kräuter- und Sommerküche mit Lehmbackofen für Seminare geplant ist. Außerdem haben sich die Kommunen Genthin, Jerichow und Elbe-Parey zusammengetan, um die knotenpunktbezogene Wegweisung für Fahrradtouristen umzusetzen. Ein Leader-Projekt zum Genthiner Volkspark, das der Genthiner Bürgermeister präferiert hatte, ist seitens des Bauausschusses verworfen worden.