Genthin l „Das sieht jetzt richtig schön aus“, befanden die Mitarbeiter des Sozialen Möbellagers am Nachmittag bei einem Blick auf die neu gestaltete Wand. Am Morgen hatte eine Gruppe von Jugendlichen gemeinsam mit den Graffitikünstlern Guido Raddatz und Julian Zacharias aus Brandenburg begonnen, die Fassade zu gestalten.

Geben und Nehmen

„Wir hatten uns bereits im Vorfeld getroffen und Motive sowie Farben festgelegt“, berichtet Raddatz, der in Genthin auch schon Workshops in Grundschulen gestaltet hat. Das Motto des Bildes ist ganz im Sinne der Diakonie und des Gebäudes „Geben und Nehmen“. Dafür stehen symbolisch zwei Hände. „Zudem haben wir graffititypische Farben und Zeichen gewählt“, so Raddatz. Auch wurde der Wunsch der Diakonie berücksichtigt, das diakonische Logo in die Wandbemalung einzufügen.

„Es ist ein wenig wie beim Scheibenglas in der Kirche, aus einem kleinteiligen Mosaik entsteht ein großes Gesamtbild.“ Mit Schablonen konnten die Kinder auch eigene Symbole und Grafiken anbringen. „Das Sprayen war cool“, fand Fabian, der mit seinem Freund Jonas zu den Jüngeren gehörte. „Ich fand es toll, wie nach und nach das Bild entstanden ist“, meinte Jonas. Die beiden Jungs kannten den Brandenburger Graffitikünstler bereits aus der Schule und wollten auch deshalb beim Projekt in Altenplathow dabei sein.

Bilder

Jugendliche gestalten ihr Umfeld

Dies hatte Streetworkerin Petra Schiele ins Leben gerufen. „Idee war, dass wir in einer etwas größeren Gruppe von Jugendlichen das unmittelbare Umfeld gestalten und verschönern“, erläutert sie. Unter den Teilnehmern waren auch junge Leute aus Flüchtlingsfamilien. Einer der mitwirkenden war zudem der Syrer Ghazwan Assaf. Er stellte im vergangenen Jahr Zeichnungen im Genthiner Rathaus aus.

„Wir konnten einige Flüchtlinge in das Projekt integrieren, so dass wir eine Bandbreite an Ideen und Gestaltungsvorschlägen in die Entwürfe einbringen konnten“, so Petra Schiele. Denn vor der eigentlichen Aktion stand ein Workshop, in dem sich die Teilnehmer nicht nur mit der Graffitikunst beschäftigten, sondern auch mit der Arbeit der Diakonie und des Sozialen Möbellagers.

Lokale Unterstützer

Unterstützt wurde das Projekt zudem von der Henkel-Initiative „Miteinander im Team“, das Christel Fehlberg in Genthin vertritt, und vom Jugendforum. Von beiden gab es Geld für den Projekttag. Die Firma Bau-Müller stiftete das Gerüst. „Ansonsten wären wir gar nicht bis in die oberen Bereiche gekommen“, bestätigte Julian Zacharias. „Wir hatten außerdem Rückendeckung der Konsumgenossenschaft Burg, Genthin, Zerbst“, so Schiele. Der Genossenschaft gehöre das Gebäude, ohne sie sei die Gestaltung nicht möglich gewesen.

Am Ende war es für alle Teilnehmer ein langer Tag, denn immer wieder mussten Umrandungen nachgezeichnet und Farben dick aufgetragen werden. Aber bestens versorgt wurde die fleißigen Helfer von Silvana Schleef vom Morus-Haus, die die Verpflegung der Truppe übernahm. Aber es hat sich gelohnt. Das Soziale Möbellager ist nun ein kleiner Farbtupfer mehr in Altenplathow.