Arbeitswelt

Junge Leute in Genthin stärker für Wirtschaftsthemen interessieren

Technologie- und Gründerzentrum Jerichower Land hält mehr digitale Angeboten für Schüler vor. Nächster Digi-Day steht bevor.

Von Mike Fleske
Der FDP-Bundestagsabgeordnete Marcus Fabert im Gespräch mit Elisa Heinke, Geschäftsführerin des TGZ Jerichower Land.
Der FDP-Bundestagsabgeordnete Marcus Fabert im Gespräch mit Elisa Heinke, Geschäftsführerin des TGZ Jerichower Land. Foto: Mike Fleske

Genthin - Wer junge Leute stärker an die Region binden wolle, müsse sie frühzeitig für die Möglichkeiten interessieren, die der Arbeitsmarkt in ihrem Umfeld bietet. Darüber waren sich Elisa Heinke, Geschäftsführerin des Technologie- und Gründerzentrums (TGZ) Jerichower Land und der FDP-Bundestagsabgeordnete Marcus Faber während eines Gespräches zu Themen der regionalen Wirtschaft einig.

Faber besucht derzeit im Rahmen seiner Sommertour verschiedene Wirtschaftsförderer in Sachsen-Anhalt und machte dabei zum ersten Mal auch in Genthin Station.

Jugendliche mit Automatisierung und Programmierung in Berühung bringen

Das Thema „Digitalisierung“ sei in den Unternehmen weit vorangeschritten, machte Elisa Heinke deutlich. Viele Tätigkeiten im Umfeld der Fertigung hätten an Spezialisierung zugenommen. Ihr liege es am Herzen, dass man die junge Generation an Dinge wie Programmierung, Systemtechnik und Automatisierung heranführe.

So gebe es seit einigen Jahren etwa das Digi-Jugend Camp oder den Digi-Day, bei denen Schüler aus Sekundarschulen und Gymnasien an diesen Bereich herangeführt würden. So gebe es etwa Roboterkurse, die solches Wissen in die Schulen bringen. Mehr als 90 Schüler seien in vier Kursen erreicht worden.

Faber bestätigt, dass der Fokus in den Schulen oft nicht in diesen Bereich liege. Man sei diesbezüglich oft sehr vorsichtig, besonders schwer hätten es Mädchen, die sich für solche Themen begeistern, eine Förderung zu bekommen, da in den Lehrplänen solche Angebote zur digitalen Arbeitswelt fehlten. Zudem müssten Unternehmen viel stärker zeigen, dass sie spannende Aufgaben für junge Leute bieten. Daher begrüßte der Bundestagsabgeordnete die auch vom TGZ betreuten Aktionen wie Jobmeetings und Zukunftstage.

Vernetzung junger Unternehmer im Rahmen der Wirtschaftsjunioren

Für Elisa Heinke war im Zusammenhang mit modernen Bildungsangeboten auch die Vernetzung wichtig. Nicht nur die ihrer Einrichtung zu Unternehmen in der Region, sondern auch die von jungen Unternehmern untereinander. Daher habe sie sich sehr für den Aufbau der Wirtschaftsjunioren im Jerichower Land eingesetzt. „Dadurch können wir gemeinsam Projekte auf die Beine stellen, die es so sonst nicht geben würde.“ Insgesamt zeige sich der Gründerwille trotz der Coronakrise stabil.

2020 hätten etwa 70 potenzielle Existenzgründer die Beratungen in Anspruch genommen, 20 von ihnen gründeten bereits. Zwei Nachgründungskurse und ein Vorgründungskurs wurden mit insgesamt 35 Teilnehmern durchgeführt.

Ein Schwerpunkt sei im vergangenen Jahr die Beratung betreffend der Antragstellung der Corona-Hilfen gewesen, auch Informationen über Programme des Bundes zur Minderung der finanziellen Folgen der Corona-Krise seien nachgefragt worden. Knifflig war dabei, dass viele Hilfsprogramme auch mit Blick auf die Verhinderung von Missbrauch verändert worden seien und das sowohl TGZ, als auch Unternehmer hier oft nacharbeiten mussten.

Investitionen im Jerichower Land weiterhin hoch

Insgesamt seien die Unternehmen im Jerichower Land im vergangenen Jahr durchaus investitionsfreudig gewesen. Dabei seien mit mehr als 3,3 Millionen Euro Investitionen in Produktionsanlagen und Hallen sowie mit 770.000 Euro Investitionen in Digitalisierung von Prozessen und Geschäftsmodellen markant gewesen.

Wer sich über die digitalen Aktivitäten des TGZ informieren möchte, kann auf einer eigens eingerichteten Internetseite für den kommenden Digi-day am Donnerstag vorbeischauen. Dort sind auch noch Anmeldungen für Schüler für die verschiedenen Workshops möglich: https://wj-digiday.de