Genthin l Kartoffeln schälen ist langweilig? Nicht beim Genthiner Kartoffelfest. Dort wurde eifrig um die Wette geschält. Die Regeln sind in jedem Jahr gleich.

Pflaster parat

Eine Schale mit Kartoffeln, ein Schälmesser, drei Minuten Zeit und wer am Ende die meisten Knollen möglichst sauber von der Schale befreit hat, ist Sieger. So weit zur Theorie. In der Praxis stellt sich das Ganze wesentlich schwieriger dar, wie die beiden Wettbewerbsdurchgänge bewiesen.

In der ersten Runde mussten sich lokale Majestäten, die in Genthin zu Gast waren, im Schnellschälen messen. „Keine Angst, wir haben für jede genug Pflaster parat“, erklärte Moderator Sebastian Strebe.

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Doch nicht jede der acht Majestäten ließ sich dadurch beruhigen. „Ich habe Respekt vor dem Wettbewerb, wenn hinter mir die Sanitäter stehen“, fand Heidekönigin Sarah. Kräuterkönigin Steffi nahm es lockerer und gab vor dem Wettbewerb sogar Tipps zur Kartoffelzubereitung: „Kartoffeln und Hackfleisch“, sei eine deftige Idee für die Zubereitung.

Keine Rücksicht auf die Finger

Warum nicht jede Hoheit auch eine gute Kartoffelschälerin ist, verriet die frühere Rosenkönigin Diana. „Ich habe zu Hause einen Rosenknecht, der erledigt solche Aufgaben für mich.“ Aber in Genthin gab es kein Entkommen. Wer einmal hinter den Kartoffeln und Tischen Aufstellung genommen hat, muss dann auch ran.

Nach dem Startschuss durch den Mann mit der Uhr, Manfred Göbel, wurde geschält, was das Zeug hielt. „Nur keine Rücksicht auf das eigene Wohlergehen“, rief Sebastian Strebe. „Wir wiegen am Ende alles mit, abgeschnittene Nägel und auch Fingerkuppen, jedes Gramm zählt.“

Jüngster Teilnehmer ist sieben

So schlimm kam es zwar nicht, aber Erntekönigin Cornelia und die 2. Genthiner Kartoffelkönigin Stefanie mussten nach leichten Schnittverletzungen von den Einsatzkräften der Genthiner DLRG verpflastert werden.

Die aktuelle Genthiner Kartoffelkönigin Nicole hatte es besser als ihre Vorgängerin, bei ihr blieben alle Finger ganz. „Ich habe geübt, bekannte sie. Meine Familie musste im vergangenen Jahr ganz viele Kartoffeln essen.“ In der zweiten Runde gingen acht Zuschauer an den Start. Unter ihnen auch der jüngste Kartoffelschäler Genthins. Der siebenjährige Emil trat gemeinsam mit seiner Oma Ursula Lüde an.

Zwei-Kilo werden nicht erreicht

Die Betreiberin der Ferchländer Gaststätte Storchennest hatte ihrem Enkel zuvor Tipps gegeben. Er schaffte es mit Geschick, drei große Kartoffeln abzuschälen. „Das Messer war gut, aber die Pelle ging trotzdem nicht immer ab“, meinte er nach dem Wettbewerb fachmännisch.

Die Erwachsenen knackten in diesem Jahr keine neuen Rekorde. „Die zwei-Kilo-Marke haben wir nicht erreicht“, musste Moderator Strebe feststellen. Der Sieg ging an Bianca Kubeil, die 1458 Gramm Kartoffeln pellte. „Ich habe bei diesem Wettbewerb schon vier oder fünf Mal mitgemacht“, erinnerte sich die Siegerin.

Hinter ihr folgten Erntekönigin Cornelia und Kartoffelkönigin Nicole mit jeweils 1375 Gramm. Für die drei besten Schälerinnen gab es eine Urkunde und einen Kartoffelschnaps.