Genthin l 14. bis 16. September – dieses Datum ist in den Kalendern vieler Genthiner rot angemarkert, das 25. Kartoffelfest steht an. Etwas ganz Besonderes ist das dreitägige Spektakel für Nicole Dittler, nach ihrer Krönung 2017 ist sie in diesem Jahr das Gesicht der Traditionsveranstaltung.

Knapp ein Jahr trägt sie mittlerweile das begehrteste Schmuckstück Genthins. Dittler strahlt, wenn sie über ihre Zeit im Dienste der Krone spricht: „Es ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe.“ Viel rum gekommen sei sie, spannende Leute hätte sie getroffen und sich intensiv mit der Region beschäftigt. „Man bereist Gegenden, in die man sonst eher nicht kommt“, erzählt die 44-Jährige und nennt als Beispiele Bernburg und Staßfurt. In dem Städtchen im Salzlandkreis regiert die Salzfee. „Durch diese Kontakte lernt man die Orte gleich aus erster Hand kennen, das ist sehr spannend und intensiv.“

Mehr als Spee

Dittler, verheiratet, ein erwachsener Sohn, lebt seit 2011 in Genthin, kam der Liebe wegen von Bad Wilsnack aus der Priegnitz ins Jerichower Land. Sieben Jahre später trägt sie die Botschaft der Kanalstadt nach außen: „Wir sind mehr als Spee, haben den Wasserturm, das Kartoffelfest, ganz viele engagierte Menschen ...“, sagt sie. Sie ist mit ganzem Herzen Genthinerin, das merkt jeder, dem sie von ihrer Stadt erzählt.

Bilder

Die Treffen der Hoheiten liefen immer ähnlich ab, lässt sie in den königlichen Alltag blicken. Begrüßung mit Sektempfang, Details des Ablaufs werden erläutert, dann folgt die große Vorstellungsrunde. „Bei dieser darf ich Genthin präsentieren. Inhaltlich sage ich immer das Gleiche, natürlich nicht abgelesen, sondern individuell formuliert“, erzählt sie lächelnd.

Schnell wuchs sie nach der Krönung in das Ehrenamt der Königin hinein. Kein Wunder, es ist nicht die erste Krone, die Dittler trägt. Von 2009 bis 2011 war sie Pritzwalks Heidekönigin. „So viele Termine wie jetzt hatte ich damals aber nicht.“ Zwischen Juli und Oktober hat sie an jedem Wochenende mindestens einen Tag im königlichen Kleid verbracht. „Bernburg, Calbe, Steinfeld, ein Stelldichein bei der Heidekönigin, ein Abstecher zur Gurkenkönigin - langweilig werden die königlichen Wochenenden wahrlich nicht.

Verwandlung

„Mir macht das großen Spaß“, erzählt sie, und dass ihr Mann sie zu den meisten Auftritten begleitet. Im „wahren Leben“ arbeitet sie in Brandenburg in der Pflegedienstleitung. „Wenn ich das Kleid anziehe, kann ich abschalten, die Auftritte und Treffen sind mein Ausgleich zum Beruf.“ Knapp zwei Stunden braucht es, bis aus Nicole die Königin wird. „Privat mag ich es eher natürlich, bin meistens ungeschminkt unterwegs.“ Haare und Make up macht sie sich trotzdem selbst. „Zum Glück gibt es Youtube-Tutorials, die haben mir sehr geholfen.“

Auf Höhepunkte ihrer knapp einjährigen Amtszeit angesprochen, nennt sie, wie ihre Vorgängerinnen, die Grüne Woche in Berlin und den Besuch beim Greizer Reußenpaar. Doch das Beste kommt noch, der Auftritt beim heimischen Fest, zum ersten Mal wird sie es als Königin eröffnen. Gemeinsam mit dem Bürgermeister, eine Premiere also auch für Matthias Günther, den „Neuen“ im Amt.

Kartoffeltorte

Die Königin ist traditionell für die Bewirtung und Unterhaltung der Gasthoheiten zuständig. „Es gibt eine Kartoffeltorte und andere Leckereien“, erzählt Dittler, die sich besonders auf die Bands „Atemlos“ und „Tänzchentee“ freut.

Das 25. Kartoffelfest kann kommen, die Königin ist bereit.