Genthin l „Wie sieht ein Engel aus?“, fragten die Kinder der Kita Sonnenschein die Besucher des Gottesdienstes in der katholischen St. Marienkirche. „Vielleicht so wie ihr“, bekamen sie zur Antwort. Da war etwas Wahres dran, denn einige der Kinder hatten an diesem Nachmittag mit Heiligenschein, Flügeln und weißen Gewändern tatsächlich das Aussehen der himmlischen Boten. Aber in einem humorvollen Programm, gespickt mit kleinen Szenen und Gesang, bewiesen die Kinder, dass Engel nicht immer als solche daherkommen.

So hatten sie eine Spielszene vorbereitet, in der ein Junge einem älteren Herren beim Verladen des Einkaufes half und ihm dieses nach Haus brachte. „Sie sind ein Engel, mein Rücken tut mir heute so weh“, befand der Nachwuchsdarsteller in seiner Rolle als Senior. Auch Lehrer können Engel sein, weil sie den Kindern neue Dinge beibringen, wussten die angehenden Schulkinder.

Angela Merkel ist ein Engel

Auch einen berühmten Engel hatten die Kinder im Sinn: „Angela Merkel ist ein Engel.“ Das stimmt, denn der Vorname Angela ist die weibliche Entsprechung zum lateinischen Angelus. „Das heißt so viel wie Bote oder Engel“, erklärte Pfarrer Stephan Donath.

Bilder

Er berichtete von einem anderen, besonderen Himmelswesen, nämlich Raphael. Der hatte sich in einer biblischen Geschichte unerkannt dem jungen Tobias als Begleiter angeschlossen, als dieser von Zuhause auf Wanderschaft ging. „Tobias hat das gar nicht bemerkt, aber er hatte einen Engel, der ihm zur Seite stand, als der Weg beschwerlich war.“ Jeder könne solch ein Begleiter werden und anderen zur Seite stehen.

14 Kinder entlassen

„Irgendwann wird auch zu euch jemand sagen, du bist ein Engel.“ Höhepunkt des Gottesdienstes war die Segnung der Kinder durch Pfarrer Donath. Kita-Leiterin Nadine Dube sprach einige persönliche Worte zu den 14 Kindern, die nach den Ferien eingeschult werden. Von den Erzieherinnen bekamen die Kinder kleine Schultüten.

„Das sind noch nicht die Richtigen, die gibt es erst zur Einschulung“, sagte Erzieherin Kerstin Sommer. Als Glücksbringer erhielt jedes Kind einen Reflektor für den Schulranzen - in Form eines Engels. Stolz marschierten die zukünftigen Grundschulkinder zu den Klängen des Rolf Zuckowski-Liedes „Kinder werden groß“ aus der St. Marien-Kirche hinaus und reckten im Kirchgarten ihre Schultüten stolz in die Höhe.

Die Programmpunkte für den Gottesdienst hatten die Erzieherinnen in den vergangenen Wochen mit den Kindern vorbereitet „Wir haben in der Gruppe über das Thema Engel gesprochen und die Szenen einstudiert“, erläuterte Kerstin Sommer. Auch die Lieder für den Gottesdienst seien extra für den Tag ausgewählt und gelernt wurden.