Genthin l Ab dem 1. Februar geht der Stadtverband der Genthiner Gartenfreunde mit einer neuen Führungsspitze an die Arbeit. Auf den langjährigen Vorsitzenden Reimar Porrini, der das Amt aus persönlichen Gründen aufgegeben hat, folgt Peter Schulz. Als dessen Stellvertreter wird Hartmut Franz agieren. Die bisherigen Vorstandsmitglieder Peter Staats (Fachberater) und Angelika Vollrath (Finanzen) bleiben dem Gremium auch zukünftig treu.

Derzeit ist der neue Chef noch dabei, die Unterlagen, die ihm von Vorgänger Reimar Porrini überlassen wurden, durchzuarbeiten. „Ich muss mich da reinknien, um die Abläufe im Stadtverband genau kennenzulernen“, sagt Peter Schulz. Sein Vorgänger habe sehr gewissenhaft und korrekt geführte Unterlagen übergeben. Peter Schulz ist es wichtig, dass der Wechsel an der Spitze des Stadtverbandes, in dem zehn Kleingartenanlagen organisiert sind, unkompliziert und ohne große Schwierigkeiten über die Bühne geht. Peter Schulz ist da ganz optimistisch. Auch deshalb, weil das Angebot des scheidenden Vorsitzenden steht, ihm als Neuling mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Leerstand hält sich in Grenzen

Der neue Vorstand war – coronabedingt – über eine geheime Briefwahl gewählt worden. „Etwas aufwendig, aber es hat gut geklappt“, meint Schulz.

Der Landesverband hat das Genthiner Wahlergebnis inzwischen bestätigt. Es habe sich ausgezahlt, dass die Kleingärtner untereinander auch während Corona weiterhin eng im Kontakt geblieben seien, schätzt der neue Vorsitzende ein.

Unter den Gartenfreunden ist der Neue kein Unbekannter. Der 58-Jährige stand 2018/2019 der Genthiner Gartensparte „Birkheide“ vor und bewirtschaftet seit drei Jahren einen 600 Quadratmeter großen Garten in dieser Anlage, den er von seinem Vater übernommen hat.

Zu knapp 90 Prozent ausgelastet

Peter Schulz kann sich darauf verlassen, dass er die Leitung eines Stadtverbandes übernimmt, der gut dasteht. Die Gartenanlagen des Stadtverbandes waren zum Ende des Jahres zu knapp 90 Prozent ausgelastet. Von den 550 Gärten der zehn Anlagen werden aktuell 485 genutzt. 65 Gärten stehen leer.

Die Stadt Genthin erhebt für Kleingärtner eine Pacht von neun Cent pro Quadratmeter im Jahr und orientiert sich damit an den Vorgaben des Bundesverbandes der Kleingärtner. Ein Kleingarten bleibt somit für einkommensschwache Haushalte erschwinglich.

In den vergangenen Jahren pendelte sich die Belegung der Genthiner Gärten zwischen 80 und 85 Prozent ein. Damit lag der Genthiner Stadtverband bisher etwa im sachsen-anhaltischen Landesdurchschnitt wo von 120.000 Kleingärten etwa 20.000 leer stehen.

Der scheidende und der neu gewählte Vorsitzende des Stadtverbandes sind durchaus gleicher Meinung, was die Bewirtschaftung der Gärten betrifft. Nach dem Bundeskleingartengesetz hat der Kleingärtner die Pflicht, die Pachtparzellen zu einem Drittel kleingärtnerisch zur Gewinnung von Gartenbauerzeugnisse für den „Eigenbedarf“ zu nutzen.

Lieber Rasen statt Wildwuchs

Reimar Porrini plädierte als Vorsitzender des Stadtverbandes stets dafür, diese Regelung auch im Hinblick auf die Gewinnung neuer Pächter nicht ganz so streng auszulegen. Ihm sei ein Garten mit Rasen lieber als ein Garten, der verwildert und vor sich hin dümpelt, hatte er mehrfach erklärt.

Peter Schulz sieht dies nicht anders. Er denkt dabei auch an jene Hobbygärtner, die wie er in der Woche auf Montage seien. Da stelle man sich schon die Frage, wie die Flächen zu bewirtschaften seien, meint Peter Schulz.

Im vergangenen Jahr war es im Stadtverband gelungen, 13 Gärten neu zu verpachten. Der neue Vorstand hofft, wie Peter Schulz klarmacht, an diese respektable Entwicklung anknüpfen zu können. Wie das unter den strengen Corona-Auflagen vonstatten gehen kann, vermag allerdings derzeit noch niemand zu sagen. Im März sei zunächst einmal eine Vorstandssitzung geplant. Ob die überhaupt stattfinden kann und wie es dann weiter geht, sei völlig ungewiss, meint der neue Vorsitzende.